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Angst vor neuem Lockdown : Wehe, wenn die Schulen wieder schließen!

Stühle hoch, Schulen dicht. Bild: Edgar Schoepal

Bei einem zweiten Lockdown soll der Unterricht zu Hause endlich besser funktionieren. Technisch wäre das kein Problem – doch jetzt kommt der Datenschutz.

          4 Min.

          So viel geschäftige Betriebsamkeit war lange nicht mehr in Deutschlands Schulen. Nach dem Ende der Sommerferien in vielen Bundesländern steigt jetzt wieder der Lärmpegel in den Klassenräumen, und mit ihm nehmen die Aerosole in der Luft zu. Das macht viele nervös, die schon die nächste Welle, den nächsten Lockdown und die nächsten Schulschließungen fürchten. Vielerorts sind die Befürchtungen groß, dass das Land beim Homeschooling nicht viel weiter ist als zu Beginn der Pandemie im März. Allerdings kommt eine Sorge hinzu, die ein Beleg dafür ist, dass die Problemlage in ein neues Reifestadium eingetreten ist: den Schutz der Schülerdaten.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk formuliert das so: „Im Frühjahr waren wir als Aufsichtsbehörde natürlich zurückhaltend mit Sanktionen bei Datenschutzverstößen, das war schließlich eine absolute Ausnahmesituation. Bei einer zweiten Welle wäre das aber anders zu betrachten.“ Das offenbart das Dilemma, in dem Schulen und Lehrer derzeit stecken: Einerseits sollen sie die Kinder zu Prä-Corona-üblichen Höchstleistungen antreiben, die im internationalen Vergleich auch ohne Pandemie schon nicht überzeugend waren. Andererseits müssen sie sicherstellen, dass mit den Daten der Schüler kein Schindluder getrieben wird, weder durch den amerikanischen Verfassungsschutz noch durch international agierende Computerkonzerne und schon gar nicht durch mobbende Mitschüler. „Wenn Daten von Schülern missbraucht werden, kann sie das ihr Leben lang begleiten“, sagt Smoltczyk. „Wir gehen ausgesprochen konstruktiv vor, aber wir können nicht dabei zusehen, wenn in Schulen gegen Datenschutz verstoßen wird.“

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