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Konjunktur : Weltwirtschaft könnte 2020 wegen Corona um 3,2 Prozent schrumpfen

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Die Coronavirus-Pandemie und die Sperren und Reisebeschränkungen, die sie eindämmen sollten, haben die Weltwirtschaft gebeutelt. Bild: dpa

Die Weltwirtschaft könnte in diesem Jahr schrumpfen, heißt es von der UN. Auch die EZB rechnet wegen der Virus-Pandemie mit einem massiven Einbruch der Konjunktur im Euro-Raum im zweiten Quartal.

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          Die Vereinten Nationen dämpfen ihre Wirtschaftsprognose wegen der Corona-Pandemie deutlich. Die Weltwirtschaft könnte in diesem Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen, hieß es in einer Mitteilung zum UN-Halbjahresbericht zur wirtschaftlichen Situation. Schlimmstenfalls sei sogar ein Rückgang von 4,9 Prozent denkbar. Mit einer schrittweisen Erholung werde erst von 2021 an gerechnet, hieß es in dem Ausblick.

          Vor der Krise waren die UN noch von einem Wachstum um 2,5 Prozent ausgegangen. Bereits Anfang April trübte sich die Einschätzung deutlich ein, damals ging die Organisation von minus 0,9 Prozent aus.

          Die Pandemie habe eine Gesundheits- und Wirtschaftskrise unbekannten Ausmaßes entfesselt, betonten die UN in New York. Zwar sei die Zahl der Neuinfektionen und die der Todesfälle im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 in den vergangenen Wochen zurückgegangen. Über den künftigen Verlauf der Pandemie und ihre wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen bestünden aber weiterhin Unsicherheiten.

          „Ohne schnelle Durchbrüche bei der Impfstoff- und Therapieentwicklung wird die Welt nach Covid-19 wahrscheinlich erheblich anders sein“, so die Vereinten Nationen. Es drohten eine langsame Erholung und ein anhaltender Wirtschaftseinbruch - mit zunehmender Armut und Ungleichheit.

          Starker Konjunkturabschwung

          Auch die EZB rechnet wegen der Virus-Pandemie mit einem massiven Einbruch der Konjunktur im Euro-Raum im zweiten Quartal. Im ersten Jahresviertel, als die Wirtschaft lediglich in den letzten Quartalswochen von der Virus-Ausbreitung und den Eindämmungsmaßnahmen betroffen war, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,8 Prozent im Quartalsvergleich.

          „Der starke Konjunkturabschwung im April lässt darauf schließen, dass die Auswirkungen im zweiten Quartal noch gravierender sein dürften“, heißt es nun im jüngsten Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB), der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Dauer der Pandemie sei ungewiss. Länge und Ausmaß der Rezession und der anschließenden Erholung ließen sich daher nur schwer vorhersagen.

          Aus Sicht der EZB-Experten wird die Schärfe des Abschwungs und dessen Länge entscheidend davon abhängen, wie lange die Eindämmungsmaßnahmen bestehen bleiben und ob sie erfolgreich sind. „Von zentraler Bedeutung wird auch sein, inwieweit Lieferkapazitäten und die Binnennachfrage dauerhaft beeinträchtigt sind“, heißt es im Bericht. Entscheidend sei zudem, ob es gelingen werde, die negativen Folgen auf das Einkommen und die Beschäftigung abzumildern.

          EZB-Vizepräsident Luis de Guindos zufolge hat der Währungsraum inzwischen bei der Wirtschaftsaktivität den Tiefpunkt erreicht. Er rechnet mit einer Erholung im dritten und vierten Quartal. Rund zwei Jahre wird es aus seiner Sicht dauern, bis sich die Wirtschaft ganz erholt hat und wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

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