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Corona-Pandemie : Plötzlich geht in der Berliner Verwaltung alles ganz schnell

Warteschlange vor dem Bürgeramt Neukölln. Bild: OSTKREUZ - Agentur der Fotografe

Wer etwas erledigen muss, hört häufig: Das dauert länger – wegen Corona. In den Call-Centern hat der Vorweihnachtsstress schon im März angefangen. Nur die Berliner Verwaltung legt einen Zahn zu. Was ist da plötzlich los?

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          Die Corona-Pandemie hat viele Überraschungen auf Lager, im Guten wie im Schlechten. In Behörden und Unternehmen sorgt sie für völlig neue Abläufe, die sich kaum vorhersagen lassen – auch knapp fünf Monate nach Beginn der ersten Ausgangsbeschränkungen nicht. Das führt zu ungewöhnlichen Erkenntnissen wie diesen: Corona hat die Berliner Verwaltung flexibler und effizienter gemacht, man könnte fast sagen: zu flexibel.

          Corinna Budras

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Das mag nach einer kühnen, geradezu törichten Theorie klingen, aber sie hat ihren Ursprung in einer wahren Begebenheit. Umgekehrt gibt es inzwischen kaum eine Unzulänglichkeit, keine Verzögerung, keine Sparmaßnahme, die nicht auf Corona zurückgeführt wird. Die Corona-Ausrede hat Konjunktur, von etlichen Banken wird sie angeführt, um zu erklären, warum Filialen geschlossen werden, die freilich auch schon vor der Krise unrentabel waren. Auch Kirchen in Brandenburg bleiben vorsorglich zu, angeblich, um sie vor einem möglicherweise verhängnisvollen Ansturm von Touristen schützen zu können. Selbst Call-Center, der Inbegriff der Kundenbetreuung auf Distanz und daher in diesen Zeiten doch eigentlich das Mittel der Wahl, laufen lediglich eingeschränkt.

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