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Corona und die Folgen : Der Stachel im Fleisch

  • -Aktualisiert am

Fleischtheke in einem Supermarkt in Leipzig: Die Deutschen essen nach wie vor viel Fleisch. Bild: dpa

Schlachtbetriebe sind die neuen Hotspots der Pandemie. Doch schon im Zeitalter vor Corona mangelte es nicht an Fleischskandalen. Solange der Hunger auf billiges Fleisch so groß bleibt, wird es aber keinen echten Wandel geben.

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          Schon im Zeitalter vor Corona mangelte es nicht an Fleischskandalen. Vor zwanzig Jahren kreisten die Schlagzeilen um die Rinderseuche BSE, die auf verunreinigtes Tierfutter zurückgeführt wurde. Später erhitzte als Rind deklariertes Pferdefleisch in Fertiggerichten die Gemüter. Nun geht es nicht um verseuchtes Fleisch, sondern um verseuchte Arbeitsbedingungen. Ob Müller Fleisch, Westfleisch, Vion oder jetzt Tönnies: Schlachtbetriebe sind die neuen Hotspots der Corona-Pandemie.

          Dass der Alltag in der Fleischindustrie wenig mit dem Schlagwort „Gute Arbeit“ gemeinsam hat, wie es vor allem Sozialdemokraten propagieren, ist keine neue Erkenntnis. In heruntergekühlten Fabrikhallen Schweinehälften zu zerlegen, ist nicht nur körperlich harte Arbeit, sondern erfordert auch ein gewisses Maß an Abgebrühtheit. Auch die vergleichsweise niedrigen Löhne tragen dazu bei, dass sich zuletzt nur noch wenige deutsche Arbeitskräfte für diese Aufgaben fanden – ein Phänomen, das auch in der Landwirtschaft und in der Baubranche zu beobachten ist.

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