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Minus von 25,8 Prozent : Deutscher Industrie brechen Aufträge weg

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Schiffe werden im Duisburger Containerhafen beladen. Bild: dpa

Die Corona-Krise schlägt durch: Im April gingen bei der deutschen Industrie ein Viertel weniger Aufträge ein – der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik. Die Bundesbank sieht von 2021 an jedoch eine schrittweise Erholung.

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          Der deutschen Industrie ist das Neugeschäft wegen der Corona-Krise in Rekordtempo weggebrochen. Sie sammelte im April 25,8 Prozent weniger Aufträge ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik 1991. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Minus von 19,7 Prozent gerechnet, nachdem es schon im März einen starken Rückgang von 15,0 Prozent gegeben hatte.

          “Im Shutdown-Monat April hat sich der Einbruch der industriellen Auftragseingänge erwartungsgemäß noch einmal verstärkt“, erklärte das Ministerium. Die Einschränkungen gegen die Corona-Pandemie galten in den meisten wichtigen Absatzländern während des gesamten Monats. „Angesichts der allmählichen Lockerungen dürfte der Tiefpunkt der Industrierezession damit aber auch durchschritten sein“, erklärte das Ministerium.

          Die Aufträge aus dem Inland sanken im April um 22,3 Prozent zum Vormonat. Die Bestellungen aus dem Ausland gingen sogar um 28,1 Prozent zurück. Dabei sackten die Aufträge aus der Euro-Zone um 30,6 Prozent ab, die aus dem restlichen Ausland um 26,7 Prozent.

          Bundesbank sieht Erholung von 2021 an

          Licht am Ende des Tunnels sieht auch die deutsche Bundesbank. Die deutsche Wirtschaft wird sich laut Bundesbank-Prognose nach einem schweren Konjunktureinbruch 2020 in den kommenden Jahren von den Folgen der Corona-Pandemie schrittweise erholen. Die deutsche Zentralbank erwartet für 2020 einen kalenderbereinigten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 7,1 Prozent, wie sie in ihrer am Freitag veröffentlichten halbjährlichen Vorhersage mitteilte. 2021 soll es dann um 3,2 Prozent nach oben gehen und 2022 um 3,8 Prozent.

          Das jüngste Konjunkturpaket der Bundesregierung wurde nach dem Prognoseabschluss vereinbart. "Die Staatsfinanzen leisten einen erheblichen Stabilisierungsbeitrag", erklärte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. "Ein weiterer
          Stimulus ist in der aktuellen Lage auch angemessen, und ich bewerte das Konjunkturprogramm positiv." Wie der Bundesbankchef weiter ausführte, fällt der konjunkturelle Ausblick dadurch nun "spürbar günstiger" aus.

          Die große Koalition will Deutschland mit einem 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket für die Jahre 2020 und 2021 aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit führen. Es soll Unternehmen und Kommunen entlasten und die Verbraucher zum Konsum anregen.

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