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Krisen-Kämpfer : Corona trifft die Armen am härtesten

  • Aktualisiert am

Inderinnen in Ahmedabad warten in auf dem Boden gemalten Kreisen, um Abstand zu halten, auf die Ausgabe von Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel,. Bild: dpa

Ob im indischen Slum, in chinesischen Metropolen oder in der bayerischen Hauptstadt: Überall auf der Welt trifft der Corona-Shutdown vor allem diejenigen, die ohnehin nicht viel zum Leben haben. Aufgeben ist für sie keine Option – neue Pläne schmieden dagegen schon.

          8 Min.

          Indien: Überlebenskampf im Slum

          Das Überleben in einem der größten Slums Asiens verlangt einem alles ab – Genügsamkeit, Einfallsreichtum, den unbedingten Willen, sich durchzuschlagen. Sunil Ravana besitzt all das. Mit Freunden gründete er die Slumgods, um Fremde durch ihre Welt zu führen: den Slum Dharavi, den Dschungel der Hütten, Häuser und Plastikplanen im Herzen Bombays, in dem 2 Millionen Menschen schuften und schlafen. Nun aber wird es für Ravana eng, denn es kommen keine Gäste mehr nach Indien.

          Sunil Ravana war Touristen-Guide im Slum und muss sich eine neue Geschäftsidee suchen.

          „Das Slumgod-Geschäft ist im Februar zusammengebrochen, das gibt es nicht mehr“, erzählt der 32-Jährige. Vor zwei Wochen verhängte der indische Ministerpräsident über Nacht eine Ausgangssperre. Wie aber soll man nicht vor die Tür, wenn in Dharavi oft zehn Menschen auf ebenso viel Quadratmetern hausen? „Es ist eng. Aber wir sind organisiert hier“, sagt er. Und verteidigt den Regierungschef: „Er hat das genau richtig gemacht. Nur so werden wir das Virus überstehen. Unsere Regierung hat rechtzeitig aus den Problemen in Italien, Spanien oder Amerika ihre Lehren gezogen.“ Doch haben 90 Prozent der indischen Arbeiter keine Verträge oder Versicherungen – sie können nicht überleben, wenn sie nicht vor die Tür dürfen. „Geht nur einer aus dem Haus, darf er noch einkaufen. Es gibt auch noch Gemüsestände am Straßenrand“, sagt der Tourguide ohne Arbeit. Fließendes Wasser aber ist im überbevölkerten Dharavi nicht die Regel, Toiletten werden von Dutzenden genutzt, Masken gibt es nicht für alle. „Viele binden sich ein Tuch vors Gesicht. Das funktioniert auch“, sagt Ravana.

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