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Medizintechnik : Durchatmen

  • -Aktualisiert am

Produktionshalle von Dräger. Bild: dpa

Anstatt öffentlichkeitswirksam über die Umstrukturierung ihrer Industrien nachzudenken, sollten Politiker lieber mehr Zeit darauf verwenden, die existierenden Hersteller von Beatmungsgeräten zu unterstützen.

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          In Krisenzeiten wie diesen ist es gut und richtig, wenn sich ein jeder fragt, wie er helfen kann. Das gilt auch und insbesondere für Unternehmen und ihre gesellschaftliche Verantwortung. Deshalb sind es gute Nachrichten, wenn der französische Luxusgüterkonzern LVMH nunmehr Desinfektionsmittel anstatt Parfüms produziert oder Modeunternehmen probieren, ob sie Schutzkleidung und Atemmasken herstellen können.

          Allerdings lässt sich diese Denkweise nicht auf alle Produkte ausweiten, erst recht keine hochtechnologischen medizintechnischen Geräte wie Beatmungsmaschinen. Die werden über Monate und Jahre von spezialisierten Unternehmen entwickelt, durchlaufen zig Tests, bevor sie nach intensiven Zertifizierungsverfahren die Zulassung erhalten. Und das muss auch so sein. Schließlich sind es oftmals schwache und teils schwerkranke Patienten, die auf diese Geräte angewiesen sind. Sie müssen funktionieren, ausnahmslos.

          Anstatt dass Politiker also öffentlichkeitswirksam über die Umstrukturierung ihrer Industrien nachdenken, sollten sie lieber mehr Zeit darauf verwenden, die existierenden Hersteller zu unterstützen – beispielsweise indem Waren- und Lieferketten an den Grenzen intakt bleiben.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

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