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Verzicht auf Lohnerhöhungen : Metall-Tarifpartner schließen Pilot-Vertrag für die Krise

  • Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter von Thyssenkrupp im Februar 2019 bei einer Kundgebung der IG Metall in Dortmund. Bild: dpa

In der Metall- und Elektroindustrie haben Unternehmen und Arbeitnehmervertreter sich auf einen Krisen-Tarifvertrag geeinigt. Er gilt bis Ende des Jahres – und enthält Einigungen zum Lohn, zusätzlichen freien Tagen und Kurzarbeitergeld.

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          In der deutschen Metall-und Elektroindustrie haben die Tarifpartner einen Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen erzielt. Unter dem Eindruck der Coronakrise einigten sich IG Metall und Arbeitgeber am Freitag darauf, die Löhne in diesem Jahr nicht mehr zu erhöhen. Arbeitnehmer mit kleinen Kindern erhalten zusätzliche freie Tage, Kurzarbeiter können auf Zuzahlungen setzen. Mit dem Abschluss sind die regionalen Verhandlungen für die etwa vier Millionen Beschäftigten bundesweit faktisch bis zum Jahresende ausgesetzt worden.

          Beide Seiten begründeten den Schritt mit den wirtschaftlichen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie. „Niemand weiß zurzeit, wie lange und in welchem Ausmaß die Corona-Pandemie die gewohnten Formen des miteinander Lebens und Arbeitens noch beinträchtigen wird. Die Verunsicherung bei vielen Beschäftigten ist groß“, sagte der Düsseldorfer Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler. Der Präsident der NRW-Metallarbeitgeber, Arndt G. Kirchhoff,  betonte, der Kompromiss habe das Ziel, Unternehmen nicht weiter zu belasten und Beschäftigte zu unterstützen. „In dieser außergewöhnlich schwierigen Situation bietet dieser Tarifabschluss unseren Unternehmen und unseren Beschäftigten wertvolle Planungssicherheit.“

          Regelungen für Auftragsflauten

          Der Not-Abschluss verlängert den eigentlich zum 31. März gekündigten Entgelt-Tarifvertrag bis zum Jahresende 2020 ohne weitere Erhöhungen. Außerdem sollen soziale Härten bei der Kurzarbeit gelindert werden, wie beide Seiten berichteten. Dabei soll es keinen allgemeinen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld geben, sondern eine feste Summe von 350 Euro pro Mitarbeiter, die nach dem Willen der Betriebsparteien, also Geschäftsführung und Betriebsrat, verteilt werden soll. Beschäftigte mit Kindern bis 12 Jahren sollen bis zu fünf freie Tage zur Kinderbetreuung erhalten, wenn sie zuvor ihre Arbeitszeitkonten abgeräumt und weitere tarifliche Möglichkeiten für freie Tage ausgeschöpft haben.

          Die IG Metall hatte ursprünglich auf eine konkrete Lohnforderung verzichtet und wollte stattdessen umfangreiche Vereinbarungen erreichen, um die Jobs in den anstehenden Modernisierungsschüben zu sichern. Außerdem wollte die Gewerkschaft Regelungen verankern, wie Unternehmen bei Auftragsflauten reagieren. Stichworte dazu sind Qualifizierungen, Stopp von Mehrarbeit, Nutzung von Arbeitszeitkonten und Aufzahlungen bei Kurzarbeit. Diese komplexe Materie wurde nun bis auf Weiteres vertagt.

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