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Medikament gegen Corona : Remdesivir zu Billigpreisen

Begehrt: Ein Fläschchen der Arznei Remdesivir Bild: EPA

Für die allermeisten der fast 1,4 Milliarden Inder sind die westlichen Preise für Medikamente außerhalb jeder Reichweite. Im Kampf gegen Corona bekommen Entwicklungsländer nun wesentlich günstigere Nachahmer-Produkte.

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          Angesichts von nun offiziell 700.000 Corona-Infizierten in Indien bekommt das Land Zugriff auf ein bezahlbares Nachahmermedikament, auf das die ganze Welt wartet: Der Pharmahersteller Mylan wird Remdesivir für nur 4800 Rupien (57,23 Euro) je 100 Milligramm anbieten. In Amerika kostet die Dosis des Originalherstellers Gilead 520 Dollar (462,12 Euro) für Privatversicherte. Die indische Arzneimittelbehörde DCGI hat das Mylan-Nachahmerprodukt unter dem Namen Desrem für den Subkontinent zugelassen. Es soll bei „Corona-Notfällen“ zum Einsatz kommen. Dabei soll es sich um schwere Fälle von Corona bei Erwachsenen oder Kindern handeln, der Maßstab sei die künstliche Beatmung.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Das Gesundheitsministerium in Neu Delhi hat die Behandlungszeit gerade von sechs auf fünf Tage heruntergefahren. Insgesamt sollen dabei 600 Milligramm des Medikaments zum Einsatz kommen. Diese Behandlung sollte in Indien damit umgerechnet 360 Euro kosten, während ihr Preis in Amerika knapp 2800 Euro betragen wird. Für die allermeisten der fast 1,4 Milliarden Inder sind die westlichen Preise für Medikamente außerhalb jeder Reichweite.

          Da das Versicherungswesen auf dem Subkontinent völlig unterentwickelt ist, bleiben nur Billigpreise im Vergleich zum Westen: Liegt die Wirtschaftsleistung pro Kopf in Kaufkraftparitäten in Deutschland bei 55.300 Dollar, beträgt sie in Indien nur 9027 Dollar. Gilead hat freiwillige Lizenzverträge in Indien, Pakistan und Ägypten mit den Herstellern Cipla, Dr. Reddy’s Laboratories, Eva Pharma, Ferozsons Laboratories, Hetero Labs, Jubilant Lifesciences, Mylan, Syngene und Zydus Cadila Healthcare geschlossen. Sie sollen das Medikament in 127 Ländern vertreiben. Cipla will Ciprema in Indien für weniger als 5000 Rupien an den Markt bringen, Hetero Labs hat sein Coviflor mit 5400 Rupien ausgezeichnet.

          Amerika bunkert das Medikament

          In den vergangenen Tagen kam es zu Debatten um Remdesivir und seinen Hersteller Gilead, weil sich die Vereinigten Staaten mit gut 500.000 Dosen praktisch den kompletten Ausstoß der kommenden Monate gesichert haben. Amerikanische Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass es wohl weltweit der erste Fall sei, bei dem ein Medikament zunächst nur in einem einzigen Land exklusiv verkauft werde. Indien aber ist inzwischen auf Platz drei der weltweit am schlimmsten von Corona betroffenen Länder vorgerückt. Die Europäische Union hatte Remdesivir für schwere Coronafälle am Freitag zugelassen.

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