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Corona-Maßnahmen : Grüße aus der Zwangs-WG

Das Kunstwerk „Mit Fontane zu Tisch“ von Jessica Dörhöfer Bild: dpa

Millionen Deutsche dürfen nicht mehr reisen, nur weil sie in der Nähe von Corona-Infizierten leben. Wie sollen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit helfen, die allein von der geographischen Herkunft abhängen?

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          Plötzlich sind alle dran. Junge Berliner feiern Partys, etwas ältere Berliner feiern Hochzeiten, und plötzlich fallen für alle Berliner die Herbstferien aus. Weil sich in Berlin inzwischen wöchentlich mehr als 50 von 100.000 Menschen mit dem Coronavirus infizieren. In keinem Bundesland werden sie mehr in die Hotels aufgenommen – es sei denn, sie befreien sich von dem Verbot mit Hilfe eines negativen Tests. In Berlin steht man dafür inzwischen Hunderte Meter lang an. Doch die Tests werden eigentlich für andere Leute gebraucht. Da ärgert sich so mancher, der schon immer besorgt beobachtet hat, wie unbesorgt so mancher andere mit dem Virus umgeht.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Jetzt trifft es eben alle. Leute aus Berlin und aus Rosenheim, aus Frankfurt und aus Hamm. Das Beherbergungsverbot bestrafe „Familien, die wahrscheinlich am wenigsten zur Ausbreitung des Virus beitragen, sondern abends zu Hause bleiben und ansonsten den Betrieb am Laufen halten“, kritisiert die Soziologin Anke Hassel, die in Berlin an der Hertie School of Governance Staatstätigkeit lehrt.

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