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Folge der Corona-Pandemie : Die Lufthansa schickt 87.000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Geparkt: Lufthansa-Flugzeuge auf dem Flughafen in München Bild: AP

Weil kaum noch geflogen wird, weitet der Konzern die Kurzarbeit aus. Für fast zwei Drittel der Beschäftigten bedeutet das: Sie sollen bis August weniger arbeiten – vorerst.

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          Die Deutsche Lufthansa dehnt die Kurzarbeit auf weite Teile des Konzerns aus. Im April sollen 87.000 Beschäftigte weniger arbeiten. Zum Jahreswechsel hatte Lufthansa 138.000 Mitarbeiter. Schon in der vergangenen Woche hatte der Konzern mitgeteilt, 27.000 Beschäftigte der Kernmarke Lufthansa, darunter Flugbegleiter, Bodenpersonal und Mitarbeiter in der Verwaltung in Kurzarbeit zu schicken. Das wird nun auf die meisten Konzernteile in verschiedenen Ländern ausgedehnt. Im Heimatland Deutschland sollen ab April 62.000 Beschäftigte davon betroffen sein.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In der Zahl sind auch schon die Piloten enthalten, für die sich Lufthansa noch nicht mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit auf Modalitäten zur Kurzarbeit verständigen konnte. Für Piloten wären die Einbußen in absoluten Zahlen am höchsten, da sie mehr verdienen als Flugbegleiter und Bodenpersonal.

          Daher dürfte die Frage, auf welchen Anteil des Nettogehalts der Konzern das Kurzarbeitergeld aufstockt, ein Knackpunkt in den Gesprächen sein. Für andere Berufsgruppen hat der Konzern vorerst eine Aufstockung auf bis zu 90 Prozent angekündigt.

          Kurzarbeit auch bei Tochtergesellschaften

          Einen größeren Anteil in den Kurzarbeitszahlen haben auch die Länder Belgien und Österreich. Die dortigen Lufthansa-Tochtergesellschaften Austrian Airlines und Brussels Airlines haben in der Corona-Krise den Betrieb vorübergehend eingestellt. Bei der Schweizer Gesellschaft Swiss sollen mehr als 9000 Beschäftigte kürzer arbeiten. Die Maßnahmen gelten für unterschiedliche Zeiträume, meist vorerst bis Ende August.

          Da weniger geflogen wird, ist auch weniger Verpflegung nötig. Folglich ist auch der Caterer LSG von den Arbeitszeitkürzungen betroffen. Auch für Teile der Wartungssparte Lufthansa Technik, der IT-Gesellschaft Lufthansa Systems und der Konzepte-Schmiede Innovation Hub gelten künftig kürzere Arbeitszeiten bis hin zur Reduzierung auf null Stunden.

          Ob die Kurzarbeitsprogramme im Sommer beendet werden können, bleibt offen. In der Luftfahrtbranche stellt man sich darauf ein, dass es bis zum Jahresende weniger Flüge geben wird, auch wenn Verbindungen zu einigen Ländern im Sommer wieder aufgenommen werden könnten Lufthansa stellt konzernweit wegen der Auswirkungen der Corona-Epidemie rund 700 der 760 Flugzeuge vorübergehend ab.

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