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Corona-Krise : Kurzarbeiter können mit anderen Jobs dazuverdienen

  • Aktualisiert am

Zwei Mitarbeiterinnen ziehen die Wäsche von einem Gästebett im Hotel "Das Ahlbeck" in Mecklenburg-Vorpommern ab. Das Haus schließt wegen der Corona-Schutzmaßnahmen und die Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit. Bild: dpa

Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung sieht vor, dass Kurzarbeiter bis zu 100 Prozent ihres vorherigen Lohns dazuverdienen können, ohne dass das Kurzarbeitergeld gekürzt wird. Eltern können indes auf Entschädigungen hoffen.

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          Beschäftigte in Kurzarbeit können in der Corona-Krise leichter mit einer anderen Tätigkeit Geld hinzuverdienen. „Wer jetzt in Kurzarbeit muss (...), für den haben wir die Zuverdienstgrenzen angehoben“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag bei RTL /ntv. Es gebe den merkwürdigen Effekt, „dass in einzelnen Bereichen tatsächlich kurzgearbeitet wird, weil die Aufträge weg sind, in anderen Bereichen werden dringend Leute gebraucht“. Als Beispiel nannte Heil: „Da ist eine Wäscherei, die jetzt keine Aufträge hat, aber wir brauchen Leute in der Wäscherei im Krankenhaus.“

          Man könne nun bis zu 100 Prozent des vorherigen Lohns dazuverdienen, ohne dass das Kurzarbeitergeld gekürzt werde. Heil sagte: „Das ist ein komplexer Gedanke, aber ich finde das ganz wichtig, weil wir jetzt Leute brauchen in der Logistik, in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, damit unsere Versorgung auch gesichert ist in Deutschland.“

          Unternehmen können ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schicken, wenn ihnen die Arbeit ausgeht. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt 60 Prozent des Lohns, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent. Sozialbeiträge werden den Unternehmen voll erstattet.

          Heil rief die Arbeitgeber auf, „wo es geht, Kurzarbeit finanziell aufzustocken“. In der Metall- und Elektrobranche und der Systemgastronomie ist dies bereits vereinbart. Ergänzend fließe Grundsicherung in Fällen, in denen das Kurzarbeitergeld nicht reiche, sagte Heil.

          Die Regelung ist Teil eines umfangreichen Maßnahmenpakets zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise, das am Montag vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht wurde.

          Eltern werden für Verdienstausfall entschädigt

          Das Maßnahmenpaket sieht außerdem vor, dass Eltern, die wegen Schul- und Kitaschließungen nicht zur Arbeit können und finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, vom Staat mit bis zu 2016 Euro im Monat entschädigt werden. Ein entsprechender Entschädigungsanspruch für Verdienstausfälle bei behördlicher Schließung von Schulen und Kitas soll demnach in das Infektionsschutzgesetz aufgenommen werden.

          Die Entschädigung soll nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums 67 Prozent des Nettoeinkommens betragen. In Frage kommen Eltern von Kindern bis 12 Jahren. Sie sollen das Geld für maximal sechs Wochen bekommen können. Der Höchstbetrag liege bei 2016 Euro im Monat.

          Voraussetzung sei, dass die Betroffenen keine anderweitige zumutbare Betreuung, zum Beispiel durch den anderen Elternteil oder die Notbetreuung in den Einrichtungen realisieren könnten. Großeltern zählten nicht dazu. Keinen Anspruch auf Entschädigung sollen Erwerbstätige haben, die Kurzarbeitergeld bekommen oder die andere Möglichkeiten haben, „der Tätigkeit vorübergehend bezahlt fernzubleiben“, zum Beispiel durch Abbau von Zeitguthaben.

          Die Entschädigungsregelung soll bis zum Ende des Jahres gelten. Die Auszahlung der Gelder soll über die Arbeitgeber erfolgen, die sie bei den zuständigen Landesbehörden beantragen müssen.

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