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Coronakrise in Großbritannien : Die Wissenschaftler hinter Johnsons Corona-Politik

Boris Johnson mit Chris Whitty (links) und Patrick Vallance (rechts) Bild: AFP

Die britische Regierung kommt zunehmend unter Druck, schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus einzuleiten. Premier Johnson verlässt sich dabei vor allem auf den Rat zweier Männer.

          2 Min.

          Großbritannien ist bislang auf einem Sonderweg in der Corona-Krise. Während fast alle europäischen Länder wegen des Virus Großveranstaltungen abgesagt haben und Schulen schließen, einige sogar das Sozial- und Wirtschaftsleben radikal auf Eis legen, hat die Londoner Regierung bislang keine solche Schritte angeordnet. Fußballspiele oder Konzerte finden auf der Insel weiterhin statt, der Schulbetrieb geht weiter. Die Regierung rät lediglich allen Menschen mit Corona-Symptomen zur „Selbstisolierung“. Das Sozial- und Wirtschaftsleben soll weitergehen. Doch Boris Johnsons Regierung kommt zunehmend unter Druck, die Nervosität steigt. Am Wochenende deutete sich angesichts der immer schärferen Kritik eine halbe Wende an: Größere Veranstaltungen werden wohl bald untersagt, berichteten Zeitungen. Aber Schulen und Kindergärten bleiben offen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Hinter der umstrittenen Corona-Politik stehen zwei Männer, auf die sich der Premierminister beruft: der oberste Wissenschaftsberater der Regierung, Sir Patrick Vallance, und der Chefmediziner des Landes, der Epidemiologie Chris Whitty. Vallance erklärte in Fernsehinterviews seine Position: Vor allem Ältere und andere Gefährdete müssen geschützt werden; der Verlauf der Epidemie müsse gestreckt werden, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Absage von Großveranstaltungen habe aber keinen großen Effekt, behauptete er, damit würde der Höhepunkt der Ansteckungskrise nur um 5 Prozent verringert.

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