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Corona-Krise in Amerika : Wenn Waffen „essentiell“ sind

Grundrecht Bewaffnung: Wartende vor einem Waffenladen in Kalifornien. Bild: dpa

Nur Lebensmittel und Medikamente oder auch Waffen, Alkohol und Fahrräder? In den amerikanischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Regelungen, welche Güter in der Corona-Krise notwendig sind und weiterhin verkauft werden dürfen.

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          Carletta Whiting sitzt auf einem Stuhl und hält eine Waffe. „Ich weiß aus der Geschichte, wie schnell die Gesellschaft in einer Krise zusammenbrechen kann, und so etwas wie im Moment haben wir noch nie erlebt“, warnt die behinderte Frau düster. Tumultartige Straßenszenen werden eingeblendet, im Hintergrund spielt dramatische Musik, mehrmals ist zu sehen, wie Whiting abdrückt. Sie sagt, es liege in der Hand Gottes, ob sie die Bedrohung durch das Coronavirus überlebe, aber es unterliege ihrer eigenen Kontrolle, wie sie sich selbst verteidige, wenn „die Dinge immer schlimmer werden“, und ohne ihre Waffe sei sie schutzlos. „Vielleicht kauft ihr gerade Lebensmittel ein, um durch die gegenwärtige Krise zu kommen. Aber wenn ihr nicht darauf vorbereitet seid, euer Eigentum zu verteidigen, wenn alles schiefläuft, dann legt ihr in Wahrheit nur Vorräte für jemand anderen an.“

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das Video mit diesem Appell, sich für die Corona-Krise mit Waffen zu rüsten, kommt von der National Rifle Association (NRA), der mächtigen amerikanischen Waffenlobby, und ist im Internet verbreitet worden. Die Gruppe argumentiert, im gegenwärtigen Gesundheitsnotstand sei es besonders wichtig, das in der Verfassung festgehaltene Recht der Amerikaner auf Waffenbesitz wahrzunehmen. Und so kämpft sie auch dafür, dass Waffen in dem Land weiterhin verkauft werden dürfen und für genauso „essentiell“ erklärt werden wie Lebensmittel oder Medikamente.

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