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Corona-Krise : Milliardenschwerer Mietenpoker

Leere Tische: Auch wenn die Gäste wegen der Corona-Einschränkungen ausbleiben, müssen Restaurants oft ihre Miete weiterzahlen. Bild: dpa

Viele Unternehmer ächzen unter den hohen Mieten, die sie oft mit den staatlichen Corona-Hilfen zahlen. Die Politik diskutiert über Veränderungen. Andere europäische Länder sind da schon weiter.

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          Ein Hotelier, der monatlich 22.000 Euro Miete zahlen soll, obwohl er seit acht Monaten wenig bis gar keinen Umsatz mehr macht. Ein Gastronom, bei dem für seine drei inzwischen wieder geschlossenen Restaurants monatliche Mietforderungen in Höhe von rund 50.000 Euro auflaufen. Nicht nur in Berlin machen Geschichten wie diese die Runde. In den von den Corona-Beschränkungen besonders betroffenen Wirtschaftszweigen wächst trotz der diversen Hilfsprogramme von Bund und Ländern der Unmut. Alle müssten Einbußen hinnehmen, ist zu hören, nur die Vermieter kämen weitgehend unbeschadet durch diese Krise.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          In einer im Oktober unter anderem vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga durchgeführten Umfrage unter knapp 400 Hoteliers gaben 40 Prozent der Befragten an, dass ihr Vermieter keinerlei Entgegenkommen zeige. Und wenn, dann würden die Gewerbemieten meist nur gestundet, müssen also später in voller Höhe nachgezahlt werden. Der Einzelhandelsverband HDE beobachtet ähnliche Schwierigkeiten. Eine bis Ende September laufende Umfrage hat ergeben, dass fast die Hälfte der Betriebe seit Beginn der Corona-Pandemie mit ihrem Vermieter das Gespräch gesucht hat. Doch nur in einem Drittel der Fälle zeigte sich dieser bereit, die Miete zu senken. In einem weiteren Drittel kam es zu einer Stundung, im übrigen Drittel zu gar keiner Lösung.

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