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15 Milliarden Euro : Frankreich legt Milliarden-Paket für Luftfahrt auf

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Werkshalle bei Airbus in Toulouse: Hier werden die aus ganz Europa angelieferten Bauteile der A350 zusammengebaut. Bild: Helmut Fricke

Europa dürfe im Flugzeugbau seine Weltmarktstellung gegenüber Amerika nicht verlieren, sagt Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Jetzt hat er die Pläne der französischen Regierung vorgestellt.

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          Frankreich greift der schwer unter der Coronavirus-Pandemie leidenden Luftfahrtbranche mit einem insgesamt 15 Milliarden Euro schweren Hilfspaket unter die Arme. Das Paket umfasse Investitionen, Kredite und Garantien, teilte die Regierung in Paris am Dienstag mit. „Wir müssen unsere Luft- und Raumfahrtindustrie retten“, sagte Finanzminister Bruno Le Maire. Europa dürfe im Flugzeugbau seine Weltmarktstellung mit Airbus in Konkurrenz zum amerikanischen Konzern Boeing oder Chinas aufstrebendem Hersteller Comac nicht verlieren.

          Die Branche ist stark von der Corona-Krise betroffen. Sie ist ein wichtiger Industriezweig in Frankreich - knapp 200.000 Menschen sind in diesem Bereich beschäftigt, davon allein 48.000 bei Airbus. Der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns mit Schaltzentrale im südwestfranzösischen Toulouse, Guillaume Faury, hatte von einer existenziellen Bedrohung gesprochen.

          Unter anderem sollen mittelständische Zulieferer mit einem Investitionsfonds von bis zu einer Milliarde Euro unterstützt werden. 300 Millionen Euro seien dafür vorgesehen, Zulieferern bei der Modernisierung ihrer Fabriken zu helfen. Die Entwicklung umweltfreundlicherer Technologien werde mit 1,5 Milliarden Euro gefördert. Die französische Luftfahrtindustrie solle zur saubersten der Welt werden. Auch das schon vor längerem aufgelegte Rettungspaket für die Fluggesellschaft Air France im Volumen von sieben Milliarden Euro Kredit ist Teil des Schutzschirms.

          Um Airbus zu unterstützen, zieht der französische Staat Aufträge für Tankflugzeuge und andere militärische Ausrüstung vor. Frankreich, Deutschland und Großbritannien vereinbarten außerdem einen einjährigen Aufschub bei der Rückzahlung staatlich garantierter Flugzeugkredite. Diese Entlastung belaufe sich auf 1,5 Milliarden Euro.

          Bruno Le Maire

          Präsident Emmanuel Macron hatte bereits im Mai einen Rettungsplan von mehr als acht Milliarden Euro für die krisengeschüttelte Automobilindustrie vorgelegt, auch der Tourismusbranche wird mit 18 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen.

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