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Corona-Krise : Deutsche Flughäfen fordern Geld vom Staat

  • Aktualisiert am

Landebahn wird zum Parkplatz: Am Frankfurter Flughafen stehen die Maschinen auf der gesperrten Landebahn. Bild: dpa

Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, bräuchten die Flughäfen schnelle Liquiditätshilfen, mahnt der Flughafenverband ADV. Die Politik müsse nachjustieren, damit das Maßnahmenpaket auch den Flughäfen zugutekomme.

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          Die deutschen Flughäfen fordern wegen der Coronavirus-Krise Geld vom Staat. „Um den Flughafenbetrieb in Krisenzeiten weiter verlässlich aufrechtzuhalten, brauchen die Flughäfen jetzt schnell Liquiditätshilfen und Kostenentlastungen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Lobbyverbands ADV, Ralph Beisel, am Dienstag. Die drastischen Sparmaßnahmen der Flughäfen reichten nicht aus und das beschlossene Corona-Nothilfepaket der Bundesregierung lasse sie außen vor.

          Denn KfW-Programme stünden nur Firmen zur Verfügung, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden. „Hier muss die Politik dringend nachjustieren.“ Die Flughäfen bräuchten Unterstützung – „bei der Liquiditätssicherung, bei der Übernahme von Kosten oder direkten Zuwendung des Staates“.

          Die staatlichen Eigentümer der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hatten jüngst angekündigt, der Betreibergesellschaft FBB wegen Belastungen durch die Corona-Krise bis zu 300 Millionen Euro an zusätzlichem Eigenkapital zur Verfügung zu stellen. Einige Flughäfen arbeiten laut ADV derzeit im Minimumbetrieb, geschlossen ist demnach keiner. Die Tegel-Betreiber prüfen allerdings nach Ostern abermals eine vorübergehende Stilllegung.

          „Betriebswirtschaftliches Desaster“

          Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt sank die Passagierzahl in der vergangenen Woche um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 119.000. Das Frachtvolumen lag mit gut 33.000 Tonnen gut ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Alle ADV-Flughäfen verzeichneten einen Passagierrückgang von über 90 Prozent.

          Der Verband sprach von einem „betriebswirtschaftlichen Desaster“. Denn die Kosten liefen weiter, aber Einnahmen gebe es fast keine. Der ADV rechnet damit, dass es im „April zum größten Einbruch der Passagierzahlen seit Beginn der zivilen Luftfahrt kommt“. Denn die Rückholflüge von deutschen Touristen dürften zunehmend weniger werden. Bislang wurden laut ADV 175.000 Urlauber aus dem Ausland zurückgeholt.

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