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EU-Länder öffnen für Touristen : An der Grenze zu Dänemark staut es sich schon

  • Aktualisiert am

Autos stehen am 15. Juni 2020 Grenzübergang Krusau in Richtung Dänemark. Bild: dpa

Viele EU-Staaten wollen am Montag noch bestehende Einreisebeschränkungen aufheben. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht darin ein kostenloses zweites Konjunkturpaket.

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          Touristen aus Deutschland dürfen seit Montag wieder nach Dänemark einreisen. Schon am frühen Morgen kamen Autofahrer vor dem Grenzübergäng im Zuge der A7 nur schleppend voran. Auch am Grenzübergang Kupfermühle bildete sich eine etwa ein Kilometer lange Schlange, wie die Polizei Südjütland twitterte. Denn die Kontrollen wurden nicht eingestellt. An den anderen geöffneten Grenzübergängen gab es zunächst keine Warteschlangen.

          Von Montag dürfen deutsche, norwegische sowie isländische Urlauber wieder nach Dänemark, sofern sie mindestens sechs Übernachtungen gebucht haben. Es werden schon an diesem Tag deutsche Gäste in rund 14.000 gebuchten Ferienhäusern erwartet, darunter allein 5300 in Südjütland, wie der dänische Rundfunksender DR vor einigen Tagen unter Verweis auf Zahlen des zuständigen Branchenverbandes berichtete.

          Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt oder seinen Partner in dem Land besuchen will, darf schon seit Ende Mai wieder einreisen. Zudem dürfen Einwohner Schleswig-Holsteins seit Montag ohne triftigen Grund wieder nach Dänemark einreisen.

          Auch viele andere EU-Staaten wollten am Montag noch bestehende Einreisebeschränkungen aufheben. Polen hatte seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern bereits in der Nacht zum Samstag wieder geöffnet.

          Deutschland beendete seine in der Corona-Krise eingeführten Grenzkontrollen in der Nacht auf Montag. Die Mitte März verhängten Kontrollen an den deutschen Grenzen zu den Nachbarländern wurden schon seit einigen Tagen schrittweise zurückgefahren. „Die Grenzkontrollen werden mit Ablauf des Sonntags, 14. Juni, beendet“, hatte das Bundesinnenministerium am Samstag angekündigt.

          „Weltweite Impulse“ durch Grenzöffnungen

          Damit dürfen Menschen aus Deutschlands Nachbarländern wieder ohne besonderen Grund einreisen. Die lange zuvor eingeführten Kontrollen gegen irreguläre Einwanderung an der Grenze zu Österreich bleiben jedoch bestehen.

          Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet durch die Grenzöffnungen innerhalb der EU Effekte auf die globale Wirtschaft. „Von der europäischen Grenzöffnung können auch weltweit Impulse ausgehen – damit der internationale Handel wieder in Gang kommen und Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland sichern kann“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der „Funke“-Mediengruppe.

          Damit die deutsche Wirtschaft wieder Fahrt aufnehme, sei es wichtig, dass die Nachfrage nach deutschen Produkten und Dienstleistungen weltweit wieder anspringe, sagte Schweitzer. „Die ab Montag geltenden EU-Grenzöffnungen können für die deutsche Wirtschaft deshalb wie ein zweites Konjunkturpaket wirken und zwar ohne, dass es den Staat einen einzigen Cent kostet“, meinte der DIHK-Präsident.

          Sorgen bereitet Schweitzer, dass für 160 Länder Reisewarnungen bestehen bleiben. Er forderte, den Reiseverkehr „weltweit schrittweise wieder hochzufahren“. Unter anderem gelten die Reisewarnungen nach wie vor für die wichtigen deutschen Absatzmärkte Amerika, China und Russland.

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