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Kontaktnachverfolgung : Luca hilft auch nicht immer

Auch im Café am Neuen See in Berlin werden die Gäste gebeten, sich mit der Luca-App einzuchecken. Bild: AFP

Luca sollte die Arbeit der Gesundheitsämter enorm erleichtern. Jetzt ist die App fast überall in Deutschland im Einsatz. Aber es läuft oft nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte.

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          Der Sprecher der Stadt Jena klingt, als wäre er nach einer schlechten Party mit einem bösen Kater aufgewacht. „Luca“ sagt er und atmet tief ein und aus, „das ist ein schwieriges Thema.“ Dabei war man hier im Herbst und Winter noch so euphorisch gewesen. Luca, diese neue Anwendung, sollte die Zettelwirtschaft in den Restaurants endgültig beenden und die Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern enorm erleichtern. Gäste checken sich mit einem QR-Code ein, ihre Kontaktdaten werden in verschlüsselten Listen hinterlegt und die Nutzer informiert, falls es einen Corona-Fall gab. Das ist die Idee.

          Sarah Obertreis
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          In Jena waren sie schon die ersten gewesen, die die Maskenpflicht eingeführt hatten, nun wollten sie wieder die Ersten sein. Also schloss die Stadt eine Abmachung mit Nexenio, dem Unternehmen, das Luca entwickelt hat und betreibt: Das Jenaer Gesundheitsamt erklärte den jungen Gründern, was Luca können müsste, um in der Pandemie-Bekämpfung nützlich zu sein, im Gegenzug wurde das System kostenfrei installiert. Seitdem läuft Luca in Jena und der Sprecher der Stadt will sich auch gar nicht über die Anwendung beschweren. Was ihm und seinen Kollegen zu schaffen macht, ist der schlechte Ruf der App. Als Verräter habe man sie beschimpft, deswegen seien sie jetzt zurückhaltender, was das System angeht. „Alle werden verrückt gemacht durch die ständigen Meldungen zu Luca-Fehlern“, sagt er.

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