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Druck auf allen Kanälen : Für Ungeimpfte wird die Quarantäne bald teuer

  • -Aktualisiert am

Zuhause mit Kind und Kegel: Arbeitnehmer haben nach dem Infektionsschutzgesetz dann Anspruch auf Entschädigung, wenn sie ihr in Quarantäne geschicktes Kind betreuen müssen. Bild: dpa

Die ersten Bundesländer wollen nicht mehr für den Verdienstausfall in der Quarantäne zahlen. Der Bundesgesundheitsminister findet das richtig. Der Druck auf Ungeimpfte steigt.

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          Die Anordnung des Gesundheitsamts ist gefürchtet: Wer Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatte, muss für bis zu vierzehn Tage in häusliche Quarantäne. Doch es gibt eine wichtige Ausnahme: Wer den vollen Impfschutz gegen das Sars-CoV-2-Virus hat, für den gilt die Quarantänepflicht in den meisten Fällen nicht. Schließlich ist die Gefahr, dass er oder sie sich ansteckt, erkrankt und den Erreger an andere weitergibt, deutlich geringer als bei Ungeimpften. Geimpfte Kontaktpersonen können deshalb in der Regel weiter ihrem Alltag nachgehen. Das ist nicht nur gut für sie selbst und ihre Arbeitgeber, sondern auch für die Gesundheitsminister der Länder. Denn sie müssen dann auch keine Entschädigung für den Verdienstausfall zahlen.

          In die Freiheit impfen

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Nach dem Infektionsschutzgesetz gilt: Wer wegen einer Quarantäneanordnung nicht arbeiten kann und deshalb einen Verdienstausfall erleidet, hat Anspruch auf eine staatliche Entschädigung. Praktisch läuft dies so, dass die Unternehmen den Lohn weiterzahlen und sich dies vom Staat erstatten lassen. Rund 450 Millionen Euro haben die Bundesländer seit Beginn der Pandemie dafür schon ausgegeben, ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes unter den zuständigen Ministerien der Länder. Allein Nordrhein-Westfalen zahlte rund 120 Millionen Euro an Entschädigung aus. Doch in einigen Bundesländern soll mit dieser Praxis bald Schluss sein. Grund ist ein Satz, der ebenfalls im Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes steht: „Eine Entschädigung nach den Sätzen 1 und 2 erhält nicht, wer durch Inanspruchnahme einer Schutzimpfung (...), die gesetzlich vorgeschrieben ist oder im Bereich des gewöhnlichen Aufenthaltsorts des Betroffenen öffentlich empfohlen wurde (...), ein Verbot in der Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit oder eine Absonderung hätte vermeiden können.“

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