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Folgen der Pandemie : Heimarbeit ist die Domäne der Besserverdiener

Ausnahmezustand auch in New York: Wann die Pandemie endet, kann noch niemand sagen. Bild: AP

Die Folgen der Corona-Pandemie sind verheerend in Amerika, der größten Volkswirtschaft der Welt. Eine neue Dreiteilung der Beschäftigten spielt sich ein.

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          Unter den Industrieländern verzeichnet kein Land größere Ungleichheit als die Vereinigten Staaten, die größte Volkswirtschaft der Welt. Die schwere wirtschaftliche Depression und die Corona-Pandemie selbst verstärken diesen Trend zwangsläufig. Die Dramatik zeigt sich jetzt gerade wieder in einer bedrückenden Zahl: Beinahe zehn Millionen Menschen haben in den letzten beiden Märzwochen einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt – so viele wie nie zuvor in so kurzer Zeit.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Viele der Antragsteller arbeiten in der Gastronomie. Oder im Handel. Oder in anderen Dienstleistungs-Sektoren, die ohnehin gewöhnlich niedrige Löhne zahlen.

          In den Vereinigten Staaten wie in vielen Ländern spielt sich dabei derzeit eine Dreiteilung innerhalb der Beschäftigung ein: Ein Teil der Arbeitnehmer hält die Produktion lebenswichtiger Güter und  Funktionen aufrecht. Ein Teil bleibt zwangsläufig zuhause, weil der Bundesstaat oder lokale Behörden den Betrieb untersagen. Und dann gibt es noch die Gruppe der Leute, die ihre Arbeit von Zuhause aus erledigen können bei fortlaufenden Bezügen.

          Anders als früher ist Heimarbeit heute indes die Domäne der Besserverdiener: Anwälte, Finanzmakler, Programmierer  und Unternehmensberater können mit Hilfe des Internets und beispielsweise der Videokonferenz-Plattformen von Zoom und Microsoft weiter Geschäfte machen.

          „Massagen kann man nicht skypen“, zitiert die New York Times einen Masseur. Seine Profession gehört zu den personenbezogenen Dienstleistungen, die in den Vereinigten Staaten besonders ausgeprägt sind.   

          Zwar ist durch das ungefähr zwei Billionen Dollar schwere Notprogramm, das der Kongress gerade auf den Weg gebracht hat, der Kreis der Empfänger von Arbeitslosenunterstützung größer geworden um die freien Mitarbeiter und Selbständigen. Zudem sind die wöchentlichen Zahlungen deutlich angehoben worden. Gleichwohl bleibt für viele unterm Strich weniger übrig. Zudem müssen Selbständige Kontoauszüge und Werkverträge vorlegen, damit die komplett überrannten Arbeitsverwaltungen die angemessene Summe ermitteln können.

          Und das ist noch nicht alles. Ungefähr 3,5 Millionen Menschen haben mit der Arbeitslosigkeit zudem ihre an den Arbeitgeber gebundene Krankenversicherung verloren – nur ein Teil davon wird von der staatlichen Gesundheitsvorsorge Medicaid aufgenommen, die eine Basisversorgung für Leute mit geringem Einkommen gewährt.

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          In 14 amerikanischen Bundesstaaten allerdings sind die Kriterien so eng, dass die neuen Arbeitslosen in der Regel nicht darunter fallen. „Die Krise legt die Ungleichheit in der amerikanischen Wirtschaft  bloß“, sagt die Chefin des linksliberalen Economic Policy Institute, Thea Lee.

          Der Schock am amerikanischen Arbeitsmarkt wirkt umso schwerer, weil die Familien oft keinen Notgroschen zurückgelegt haben. Die Rentner-Organisation AARP hat in einer Umfrage herausgefunden, dass die meisten nicht für Notfälle gewappnet sind. Die Folgen zeigen sich nun.

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