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Sinkende Zahlen trotz Öffnung : Briten staunen über mögliches „Corona-Wunder“

Abstand halten an der Bahnsteigkante: Pendlerinnen an der Westminster Underground Station in London Bild: dpa

An düsteren Vorhersagen bestand kein Mangel, als die britische Regierung am 19. Juli das Ende von fast allen Corona-Restriktionen bestätigte. Nun aber putzen viele Prognostiker ihre Kristallkugel.

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          Maske tragen? In Umfragen sagt eine Mehrheit der Briten zwar, sie seien dafür. Doch eine lange Zugfahrt in der Great Western Railway einmal quer durch Südengland zeigt ein anderes Bild: Mehr als die Hälfte der Passagiere im voll besetzten Zug streifen sich den Mund-Nasen-Schutz bald ab. In London im Zeitungs- und Lebensmittelladen um die Ecke sagt der Chef an der Kasse achselzuckend: „Ich trage keine Maske mehr.“ Er klopft gegen die Plexiglaswand vor ihm. „Meine ganze Familie ist geimpft, was soll das?“

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          An düsteren Prognosen bestand kein Mangel, als die britische Regierung am 19. Juli das Ende von fast allen Corona-Restriktionen – inklusive Maskenzwang und Abstandsregeln – bestätigte. Die einen jubelten über den „Freiheitstag“ für England, viele hatten aber Bedenken. Auch Premierminister Boris Johnson mahnte, „sehr, sehr vorsichtig“ zu sein. Die Zahl der täglichen neuen Corona-Infektionen war zuvor teils über 50.000 gestiegen, die vierte Welle im Königreich schien sehr groß zu werden.

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