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Corona-Krise : Frankreichs überfordertes Gesundheitswesen

Medizinisches Personal wartet am Eingang eines Krankenhauses in Tours auf die Ankunft eines Covid-19-Patienten. Bild: AFP

Das Coronavirus stürzt das französische Gesundheitssystem in den Notstand. Wie konnte das passieren in einem Land, das so viel Geld dafür ausgibt?

          5 Min.

          Am Dienstag hat Frankreich 499 neue Todesfälle durch Covid-19 gezählt, so viele wie noch nie. Der Notstand in den Krankenhäusern, der zuerst im Elsass aufgetreten ist, weitet sich auf den Großraum Paris aus. Von dort werden Patienten in andere, weniger betroffene Regionen Frankreichs ausgeflogen. Längst aber tobt eine Debatte über die Qualität des französischen Gesundheitssystems.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          „Frankreich war 2007 auf die Krise von 2020 vorbereitet“, sagt etwa Claude Le Pen, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Paris-Dauphine im Gespräch mit der F.A.Z. Er hat nachrecherchiert, warum Frankreich vor mehr als einem Jahrzehnt auf eine Epidemie vorbereitet war, aber nicht heute. Im Jahr 2020 fehlt es in etlichen Regionen fast an allem – Schutzmasken, Kittel, Test-Kits, Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Personal. Allein in den Pariser Krankenhäusern haben sich rund 1600 Mitarbeiter angesteckt. Die Misere hat viel mit Sparzwängen, institutionellen Umbauten und veränderten politischen Prioritäten zu tun. Die Entwicklung kann man an einer Behördenstelle namens Eprus („Etablissement de préparation et de réponse aux urgences sanitaires“) nachvollziehen – eine Einheit zur Seuchenbekämpfung.

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