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F.A.Z. exklusiv : Johnson & Johnson-Impfstoff ab Mai in Arztpraxen verfügbar

Werden bald auch in deutschen Praxen verimpft: Dosen des Wirktstoffs von Johnson & Johnson Bild: AFP

Der J&J-Impfstoff soll schnell verfügbar sein hierzulande. Bislang empfiehlt die Ständige Impfkommission ihn für alle Erwachsenen.

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          Nach der Freigabe durch die europäische Arzneimittelagentur Ema soll der Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson (JJ) jetzt möglichst bald in den deutschen Impfzentren eingesetzt werden. Von Anfang Mai an wird er nach Informationen der F.A.Z. auch in den Arztpraxen verfügbar sein.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestätigte dies: „Nach der Entscheidung der Ema werden wir den JJ-Impfstoff jetzt zeitnah an die Länder ausliefern, ab übernächster Woche auch an die Praxen.“ Die erste Lieferung an die Bundesländer solle 232.800 Dosen umfassen. Die Ema habe einen Warnhinweis formuliert, dass beim Einsatz dieses Impfstoffes in sehr seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen auftreten könnten. „Dieser Hinweis wird in die Fachinformationen integriert“, sagte der Sprecher.

          Für alle Erwachsenen empfohlen

          Noch empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (Stiko) den Impfstoff für alle Erwachsenen. Sie hatte nach ähnlichen Thrombosefällen im zeitlichen Zusammenhang mit Astra-Zeneca-Impfungen aber empfohlen, diesen Wirkstoff nur für Personen im Alter von 60 oder mehr Jahren einzusetzen.

          Ob es ähnliche Einschränkungen auch für JJ geben wird, ist noch unklar. Stiko-Chef Thomas Mertens sagte der F.A.Z., bisher gebe es lediglich Daten aus den Vereinigten Staaten und das zu sehr wenigen Fällen; „Die Originaldaten werden wir sehr bald sehr genau ansehen und prüfen. Vorher kann man zu dieser Fragen nichts sagen.“

          Für Astra-Zeneca hat die Stiko ihre Empfehlungen inzwischen leicht abgewandelt. Zur Verabreichung an Menschen unter 60 Jahren heißt es neuerdings, diese sei „nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten möglich.“ In der ursprünglichen Version sollte die Injektion zudem „nach ärztlichem Ermessen“ erfolgen. Dagegen hatten sich die Ärzte gewehrt, weil sie die Haftung nicht übernehmen wollten.

          Um sicherzugehen hätten die Mediziner jüngeren Patienten häufig von Astra-Zeneca abgeraten. Durch die Neufassung sei es jetzt deutlich einfacher, das Vakzin in den Impfzentren und demnächst auch in den Arztpraxen breit einzusetzen und damit die Impfkampagne zu beschleunigen. Mertens sagte der Zeitung: „Derjenige, der mit AZ geimpft werden will kann sich nach entsprechender Aufklärung impfen lassen.“ Die Umformulierung bedeute aus Stiko-Sicht aber keine inhaltliche Änderung. Sie folge dem Wunsch der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die mit der Rechtssicherheit für die Ärzte argumentiert habe.

          Früheren Angaben des Ministeriums zufolge stehen im zweiten Quartal 10,1 Millionen Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson zur Verfügung. Im dritten Quartal sollen es dann doppelt so viele sein, etwa 22 Millionen.

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