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Deutscher Impfstoffhersteller : CureVacs Hoffnung nach dem Flop

  • -Aktualisiert am

CureVac forscht und testet weiter. Bild: Reuters

Was viele verkennen: In der Wissenschaft gibt es Rückschläge, für immer verloren ist damit aber nichts – auch diesmal nicht.

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          Der Tübinger Impfstoffhersteller CureVac hat in der Entwicklung seines Corona-Vakzins einen herben Rückschlag erlitten. In einer Zwischenanalyse war es nur zu 47 Prozent wirksam. Die Wahrscheinlichkeit, dass bis zum geplanten Abschluss der klinischen Überprüfung noch Daten jenseits der 90 Prozent erzielt werden, wie sie Konkurrenten wie BioNTech erreicht hatten, ist wohl eher gering.

          Das ist zunächst enttäuschend, schließlich war der Staat im vergangenen Jahr in CureVac mit Hunderten Millionen Euro eingestiegen, da das Unternehmen bei der Impfstoffforschung vorne zu liegen schien und angeblich andere Staaten ebenfalls Interesse zeigten. Die Begründung für die Beteiligung stand immer auf einem wackligen Grund, aber verschwendet ist das Steuergeld deshalb (noch) nicht.

          Es wird Auffrischungen brauchen

          Was viele verkennen: In der Wissenschaft gibt es Rückschläge, für immer verloren ist damit aber nichts – auch mit CureVacs Flop nicht. Schließlich haben die vergangenen Monate eindrucksvoll gezeigt, dass uns das Coronavirus mit seinen zig Varianten weiter begleiten wird. Es wird dringend Auffrischungsimpfungen brauchen.

          Für diese zweite Generation an Impfstoffen hat CureVac eine gute Ausgangslage. In der großen klinischen Studie, die erst Ende 2020 und damit Monate nach denen der Konkurrenten gestartet ist, wurden und werden wichtige Daten und Erkenntnisse zu vielen Varianten gesammelt. Zu wissen, was nicht funktioniert hat, hilft auch weiter. Schließlich arbeitet CureVac schon seit einiger Zeit mit dem großen Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline an Auffrischungsimpfungen.

          Es will bald mit der klinischen Entwicklung beginnen und im nächsten Jahr auf den Markt kommen. An der Stelle haben die Tübinger auch aus Fehlern gelernt. Sie haben sich dieses Mal frühzeitig einen starken Partner gesucht, der sich mit Zulassungen, Behörden und großen Studien auskennt, anstatt damit Monate zu warten und nur auf eigene Faust zu arbeiten.

          CureVac könnte sogar davon profitieren, bisher nicht in Großserie zu produzieren. Denn während BioNTech mit Pfizer, Moderna und andere ihre Kapazitäten über teils mehrere Jahre verplant haben, könnte CureVac sich direkt auf Auffrischungsimpfungen konzentrieren.

          Ilka Kopplin
          Wirtschaftskorrespondentin in München.

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