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Kampf gegen Pandemie : Impfstoff von Astra-Zeneca in der EU zugelassen

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Eine Krankenschwester in Marokko bekommt den Impfstoff von Astra-Zeneca verabreicht. Bild: AP

Die EU-Kommission gibt grünes Licht für den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von Astra-Zeneca. Zuvor hatte ein EMA-Ausschuss nur eine bedingte Zulassung des Impfstoffs empfohlen.

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          Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca darf nun auch in der Europäischen Union genutzt werden. Die EU-Kommission erteilte eine Zulassung, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte.

          Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von Astra-Zeneca gegeben. Ein EMA-Ausschuss empfahl am Freitag allerdings nur eine bedingte Zulassung des Impfstoffs. Die finale Entscheidung muss nun noch von der Europäischen Kommission gefällt werden. Dies gilt als Formsache. Es wäre die dritte Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der Europäischen Union.

          Entgegen der Einschätzung der deutschen Ständigen Impfkommission (Stiko) wird das Mittel auch für Erwachsene über 65 Jahren freigegeben. Die Stiko hatte empfohlen, in dieser Altersgruppe davon abzusehen, den Impfstoff zu verabreichen, da bei dieser Personengruppe Daten über die Verlässlichkeit fehlten. Die EMA hingegen gibt ihn für alle Erwachsenen über 18 Jahren in der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum.

          Die Reaktionen in Großbritannien, wo das britisch-schwedische Unternehmen den Impfstoff mit Forschern in Oxford entwickelt hat, waren erleichtert. Pascal Soriot, der Vorstandschef von Astra-Zeneca, zeigte sich befriedigt über die EMA-Zulassung. Sie unterstreiche, dass der Impfstoff „nicht nur wirksam und gut verträglich, sondern auch einfach im Umgang ist und, besonders wichtig, voll und ganz gegen schwere Krankheitsverläufe und Hospitalisierung schützt“. Professor Andrew Pollard, der Direktor der Impfstoff-Forschungsgruppe in Oxford, nannte die EMA-Empfehlung einen wichtigen Meilenstein.

          Die EMA schreibt in ihrer Begründung zwar, dass es in den klinischen Impfstoff-Tests nicht genügen Daten von älteren Teilnehmern über 55 Jahre gab, doch schreibt sie weiter: „Eine Schutzwirkung wird erwartet, da eine Immunreaktion in dieser Altersgruppe gesehen wurde.“ Außerdem entspreche dies den Erfahrungen mit anderen Impfstoffen.

          Astra-Zeneca hatte das Mittel, das nicht wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna in stark gekühlter Form aufbewahrt werden muss, an 24.000 Probanden in vier Tests in Großbritannien, Brasilien und Südafrika getestet. Jeweils die Hälfte hatte den Impfstoff verabreicht bekommen, die andere Hälfte nicht. Keiner der Probanden wusste, welches Präparat er erhalten hatte. Die Wahrscheinlichkeit, mit Corona infiziert zu werden, war bei den Probanden mit der richtigen Impfung um 60 Prozent niedriger als mit dem Placebo.

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