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Corona-Folgen : Die Fabrik der Welt stottert, weil Asiens Gastarbeiter müde sind

Wanderarbeiter haben über viele Jahre die Wirtschaft Asiens am Laufen gehalten. Wegen der Pandemie brach das System zusammen. Bild: Picture Alliance

Sie galten als Garant des Aufschwungs Asiens. Die Pandemie aber zwang viele Gastarbeiter zur Heimkehr. Die südostasiatische Wirtschaft muss sich neu ausrichten.

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          Den ganzen Sommer über halten die wenigen Schnellboote der Marine Sri Lankas Holzkähne vor der Küste der Insel auf, die mit flüchtenden Landsleuten überfüllt sind. Die Menschen geben ihre Ersparnisse und riskieren ihr Leben, um das herabgewirtschaftete Eiland im Indischen Ozean zu verlassen und sich nach Australien zu retten. Dort wollen sie sich eine Zukunft aufbauen. Zum selben Zeitpunkt, an dem Australier und Sri Lanker versuchen, den Migrantenstrom zu unterbinden, profitieren andere Staaten von Gastarbeitern: Der Bausektor im hoch entwickelten südostasiatischen Stadtstaat Singapur wuchs im zweiten Quartal wieder um 3,8 Prozent. Vorangetrieben werde er „in Teilen von offeneren Grenzen, die einen stärkeren Zustrom von Bauarbeitern zulassen“, heißt es in der Verwaltung.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Ein ähnliches Bild in Thailand und Malaysia: Dort leiden Industrie- und Agrarsektor unter dem Mangel an Arbeitsmigranten. Sie setzen sich ein für weitere Grenzöffnungen. Nach Covid und dem Schließen der Grenzen scheinen sich die bisherigen Gastarbeiter eingerichtet zu haben in der Heimat, die sie einst verlassen hatten. Nun aber fehlen sie in Thailand für die Arbeit in Touristenküchen, Bars und Hotels, in Malaysia auf den Plantagen.

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