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Corona-Folgen in Industrie : Lichtblick für die Maschinenbauer

  • -Aktualisiert am

Zumindest China macht den deutschen Maschinenbauern wieder Hoffnung. Bild: dpa

Aufträge, Lieferketten, Aussichten: Eine Umfrage in China macht der gebeutelten Branche Mut. Geht es schneller wieder aufwärts als gedacht?

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          Von den deutschen Maschinenbauern war in den vergangenen Wochen vor allem Ernüchterndes zu hören – zuletzt ein Rückgang des Auftragseingangs im April um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch einige Umfragen unter Mitgliedsunternehmen des Branchenverbandes VDMA fielen frustrierend aus. So gesehen ist es eine Meldung gegen den Trend, dass der Verband jetzt berichtet, der chinesische Markt sei für die Branche wieder „auf dem Weg zur Normalität“.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Zuversicht speist sich aus einer weiteren Umfrage unter Mitgliedsunternehmen des VDMA, die Standorte in China haben; 900 sind es insgesamt, knapp 140 nahmen an der Umfrage teil. Sie gaben vor allem eine deutlich positivere Einschätzung der Corona-Folgen zu Protokoll: Aktuell sind es nur noch 22 Prozent der Unternehmen, die die Auswirkungen der Pandemie als groß ansehen – in den Umfragen zuvor im April und März waren es noch knapp 50 und knapp 60 Prozent.

          Etwa ein Viertel der Unternehmen geht inzwischen davon aus, dass die Auswirkungen nur gering ausfallen werden; dieser Wert wiederum war zuvor deutlich niedriger, zum Teil sogar einstellig ausgefallen. Kein Wunder also, dass in China – dem Ausgangspunkt der Pandemie, aber auch der ersten großen Lockerungen – wieder bessere Geschäfte erwartet werden. Rund ein Drittel der deutschen Maschinenbauer dort geht sogar davon aus, dass die eigenen Wachstumsziele für das Jahr 2020 noch zu erreichen sind. Hoffnung machten vor allem die umfassenden staatlichen Konjunkturimpulse in China und die unerwartet schnelle Erholung des Binnenmarktes.

          Deutlich weniger Unterbrechung in den Lieferketten

          Entspannung signalisierten die befragten Unternehmen auch hinsichtlich der arg strapazierten Lieferketten; hier seien die Unterbrechungen deutlich zurückgegangen und die Erwartungen insgesamt positiver. Als größeres Problem gilt das Einreiseverbot. Dass seit Wochen keine Einreisen nach China möglich sind, habe für 80 Prozent der Unternehmen deutliche Auswirkungen.

          Ausländische Fachleute seien vor Ort unverzichtbar. Weil aber erfreulich viele Kunden an ihren Investitionsvorhaben festhalten, diese kaum annullieren und allenfalls aufschieben, sagte Claudia Barkowsky, die Geschäftsführerin des VDMA in China: „Das lässt auf einen starken Aufschwung im ersten Halbjahr 2021 hoffen.“

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