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Corona-Pandemie : FFP2-Masken wohl für 27 Millionen Menschen mit hohem Risiko

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Ein Mitarbeiter der Firma Karl Rabofsky verpackt Schutzmasken vom Typ FFP2. Bild: dpa

Von Dezember an sollen berechtigte Personen insgesamt 15 FFP2-Masken gegen „eine geringe Eigenbeteiligung“ erhalten. Nun sollen die Details geklärt werden, denn es wird eine Großaktion.

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          Die geplante Abgabe günstiger FFP2-Schutzmasken an Menschen aus Corona-Risikogruppen für den Winter nimmt konkretere Formen an. Insgesamt dürften 27,35 Millionen Menschen dafür infrage kommen, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme des Gemeinsamen Bundesausschusses aus Vertretern von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hervorgeht. Darunter sind 23,7 Millionen Menschen ab 60 Jahren sowie weitere mit Erkrankungen, Risikoschwangerschaften oder Übergewicht. Um Masken zu bekommen, sollte demnach auch kein Attest vorzulegen sein, empfiehlt das oberste Gremium des Gesundheitswesens.

          Die Stellungnahme soll nun Grundlage für eine Verordnung sein, mit der das Bundesgesundheitsministerium die Umsetzung regeln will. Ziel bleibe, mit der Ausgabe von Masken im Laufe des Dezembers zu beginnen, hieß es. Nach einem Beschluss von Bund und Ländern sollen pro Person insgesamt 15 FFP2-Masken – rechnerisch eine pro Winterwoche – gegen „eine geringe Eigenbeteiligung“ zu bekommen sein. Die verbleibenden Gesamtkosten will der Bund übernehmen. Über die Umsetzung will er auch mit Apotheken und Krankenkassen beraten.

          Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte die Entscheidung, die Hochrisikogruppe damit zu versorgen. „Der Vorteil einer FFP2-Maske liegt auf der Hand. Sie schützt nicht nur andere, sondern auch den Träger selbst“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Dabei dürften sich aber Probleme mit minderwertigen FFP2-Masken wie im ersten Halbjahr nicht wiederholen, auch um Verzögerungen zu vermeiden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse dafür sorgen, dass das Geld gut angelegt sei. Ein solcher Schutz sei auf dem Markt nicht unter drei Euro pro Stück zu haben. Daraus könnten Kosten von 1,2 Milliarden Euro resultieren.

          Wie der Gemeinsame Bundesausschuss ermittelte, dürften neben den Über-60-Jährigen mehrere weitere Gruppen zur Risikogruppe gehören. Darunter sind Patienten mit Diabetes, Asthma, Schlaganfällen, Krebs, Herz- und Nierenschwäche sowie Menschen mit transplantierten Organen. Um Infektionsrisiken zu vermeiden und Arztkapazitäten nicht unnötig zu binden, sollten Risikopatienten unter 60 mit möglichst einfachen Regeln ermittelt werden, erläutert das Gremium. Individuelle ärztliche Überprüfungen oder Atteste seien nicht praktikabel. Genutzt werden sollten vorrangig Verwaltungsdaten.

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