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EU plant Wiederaufbau : Marshallplan von 1,5 Billionen Euro

Die Finanzminister tagen im Krisenmodus: Eurogruppen-Chef Mario Centeno (oben rechts) versucht einen Kompromiss zu finden. Bild: EPA

Die EU-Kommission schmiedet große Pläne. Sie will in der Krise Mittel aus dem Haushalt „hebeln“. Machen die Mitgliedstaaten da mit?

          3 Min.

          Schon vor der Einigung der Euro-Finanzminister auf das 500-Milliarden-Euro-Paket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise am Donnerstagabend war klar: die Debatte über die Finanzierung des Wiederaufbaus hat erst begonnen. Die Streitfrage der Corona-Bonds haben die Minister an die EU-Staats- und Regierungschefs zurückdelegiert. Zugleich arbeitet die Europäische Kommission mit Hochdruck an ihrer Alternative: Sie will den EU-Haushalt 2021 bis 2027 nutzen, um einen „Marshallplan“ von 1,5 Billionen Euro zum Wiederaufbau aufzustellen – und damit die Debatte über Corona-Bonds überflüssig machen. Spätestens Ende April soll der Vorschlag vorliegen.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Die Zahl 1,5 Billionen hat Budgetkommissar Johannes Hahn im Gespräch mit der britischen Zeitung „Financial Times“ genannt, ohne in Details zu gehen. Tatsächlich handelt es sich dabei nach F.A.Z.- Informationen um das absolute Maximum, das die Kommission glaubt aus dem EU-Budget herausholen zu können. Die Zahl ist beeindruckend, wenn man sie mit der Gesamtsumme von rund 1 Billion Euro vergleicht, die für den Haushalt 2021 bis 2027 bisher im Raum stehen. Das gilt umso mehr, da Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das Ziel aufgegeben hat, den Kommissionsvorschlag für das Budget aufzustocken.

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