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Hilfe in der Corona-Pandemie : Steuerzahlerbund schlägt Pauschale für Mitarbeiter im Homeoffice vor

  • Aktualisiert am

Viele Deutsche arbeiten derzeit von Zuhause aus. Bild: dpa

Sollen Angestellte ein Recht auf Arbeit im Homeoffice bekommen? Arbeitsminister Heil verteidigt seine Idee – und stößt nicht nur unter Grünen auf Zustimmung.

          2 Min.

          Der Bund der Steuerzahler fordert eine Pauschale von 100 Euro pro Monat für alle, die in der Corona-Krise von Zuhause aus arbeiten. „Die Politik muss sämtliche Spielräume für ein unbürokratisches Entgegenkommen ausschöpfen“, sagte Vereinspräsident Reiner Holznagel in Berlin. Zudem regte er an, die Umsatzsteuer für bestimmte Dienstleistungen auf sieben Prozent zu senken und den Solidaritätszuschlag früher abzuschaffen. Damit soll Unternehmern geholfen werden, aus der Corona-Krise zu kommen.

          Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat derweil Kritik an seinen Plänen für ein Recht auf Arbeit im Homeoffice
          zurückgewiesen. Nicht nur Arbeitgeber, sondern auch die Beschäftigten hätten Flexibilitäts-Bedürfnisse, sagte der SPD-Politiker in Hannover. „Die muss man fair miteinander in Einklang bringen. Ich glaube auch, dass wir das schaffen werden.“

          Überlegungen für ein Recht auf Homeoffice habe es auch vor der Corona-Krise schon gegeben. „Dass einzelne Verbände das Thema noch nicht so gut drauf haben und seit Einführung des Faxgerätes eigentlich keine Innovation mehr begrüßt haben, soll uns davon nicht abhalten.“

          „Auf die Umsetzung kommt es an“

          Heil betonte, dass die Arbeit im Homeoffice nicht zu einer „Entgrenzung der Arbeit ins Private“ führen dürfe. „Es kann nicht sein, dass Beschäftigte überall und immer zur Verfügung stehen.“ Dennoch gelte es, positive Erfahrungen aus der Krise zu nutzen. „Ich glaube, dass in einer stärker digitalisierten Arbeitsgesellschaft solche Möglichkeiten da sein sollten.“

          Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, hatte Heils Pläne zuvor abgelehnt. „Wir brauchen ein Belastungs-Moratorium statt weiterer Vorgaben, die Wachstum und Flexibilität beschränken“, sagte er am Wochenende. Auch vom Koalitionspartner gab es Kritik. „Ich bin dafür, ein Angebot für Homeoffice zu machen - aber ein Recht auf Homeoffice,
          da habe ich meine großen Schwierigkeiten“, sagte der
          arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß, dem SWR. Von Grünen und FDP bekam Heil dagegen Zuspruch.

          Und auch Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole
          Hoffmeister-Kraut (CDU) begrüßt den Vorschlag. „Wir sehen gerade jetzt in der Corona-Krise, dass im Homeoffice sehr viel Potential steckt“, sagte sie. Heils Ankündigung greife daher einen wichtigen Aspekt auf. „Es wird aber auf die konkrete Umsetzung ankommen - darüber wird man reden müssen.“

          Grundsätzlich sei es sinnvoll, dass die Politik einen verlässlichen Rechtsrahmen für Homeoffice vorgibt. „Ich denke hier zum Beispiel auch an flexiblere Regelungen bei der Arbeitszeit.“ Man müsse allerdings aufpassen, dass es dabei nicht zu einer Überreglementierung komme. Die betrieblichen Abläufe müssten stimmen und die jeweiligen Umstände des einzelnen Arbeitsplatzes berücksichtigt werden, sagte die Wirtschaftsministerin.

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