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Conti-Übernahme : Nicht so

Unglaublich: Der Steuerzahler soll für den Übermut eines Privatunternehmens in Haftung genommen werden. Das geht eindeutig zu weit. Die Schaefflers sollten von ihrem hohen Ross steigen und frisches Eigenkapital für die Conti-Übernahme besorgen - aus privater Hand.

          Die Übernahme der Continental AG durch Schaeffler war von Anfang an ein gewagtes Unterfangen. Conti ist dreimal so groß wie das fränkische Familienunternehmen, das sich diesen Angriff nur mit Hilfe von Bankkrediten in zweistelliger Milliardenhöhe leisten konnte. Zumindest dachte die Familie Schaeffler, dass sie es sich leisten konnte.

          Tatsächlich hat die Finanz- und Wirtschaftskrise ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. In dem Maße, wie die operativen Erträge versiegen, sinkt nun auch die Fähigkeit, die Kreditverträge einzuhalten. Die Banken würden diese Chance gern nutzen, um ihre Linien zurückzufahren. Doch das wäre der Todesstoß für Schaeffler. Wie könnte eine Lösung aussehen?

          Der Staat ist mit einer Antwort schnell bei der Hand. Niedersachsen und Bayern sind offenbar zur Hilfe bereit. Mit Bürgschaften soll den Unternehmen der Rücken frei gehalten werden. Das ist unglaublich: Der Steuerzahler soll für den Übermut eines Privatunternehmens in Haftung genommen werden. Das geht eindeutig zu weit. Die Schaefflers sollten von ihrem hohen Ross steigen und alles versuchen, um frisches Eigenkapital zu besorgen - aus privater Hand.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

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