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Computer : Palm holt seine Gründer wieder zurück

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Auf dem Markt für Taschencomputer ergibt sich eine überraschende Kombination: Der Marktführer Palm übernimmt den auf sogenannte Smartphones spezialisierten Wettbewerber Handspring.

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          Auf dem Markt für Taschencomputer ergibt sich eine überraschende Kombination: Der Marktführer Palm übernimmt den auf sogenannte Smartphones spezialisierten Wettbewerber Handspring. Damit kehren die Gründer von Palm zu ihrem ehemaligen Unternehmen zurück. Donna Dubinsky und Jeff Hawkins hatten Palm im Jahr 1992 gegründet und das Unternehmen im Jahr 1998 verlassen, um Handspring ins Leben zu rufen. Dubinsky ist Chief Executive Officer von Handspring, Hawkins Chairman. An der Spitze des kombinierten Unternehmens wird gleichwohl niemand von beiden stehen. Palm wird künftig von Todd Bradley geführt werden, der bislang schon die Hardwaresparte Palm Solutions Group führt. Für Hawkings ist die Rolle als Chief Technology Officer vorgesehen, Dubinsky wird der Mitteilung zufolge lediglich im Verwaltungsrat sitzen.

          Handspring wird nach Angaben der beiden Unternehmen mit der Hardwaresparte von Palm zusammengeschlossen. Die auf die Entwicklung und Lizenzierung des Palm-Betriebssystems spezialisierte Softwaresparte Palm Source soll vorher von der Palm Inc. abgespalten werden. Diese Abspaltung war eigentlich schon zum Jahresanfang geplant, ist aber verschoben worden. Das fusionierte Unternehmen soll im Laufe dieses Jahres auch einen neuen Namen bekommen.

          Sowohl Palm als auch Handspring durchleben im Moment schwere Zeiten. Gerade bei Handspring hat sich die Situation in jüngster Zeit immer weiter zugespitzt. Das Unternehmen mußte schon im Geschäftsjahr 2001/2002 (zum 29. Juni) einen Umsatzrückgang von 35 Prozent auf 241 Millionen Dollar hinnehmen. Dabei fiel ein Nettoverlust von 92 Millionen Dollar an. Noch verheerender waren die Zahlen im jüngsten veröffentlichten Bericht für das dritte Quartal 2002/2003: Bei einem um 50 Prozent auf 30,8 Millionen Dollar abgestürzten Umsatz wies das Unternehmen einen Nettoverlust von mehr als 90 Millionen Dollar aus. Handspring hat sich im vergangenen Jahr aus dem Geschäft mit traditionellen Taschencomputern verabschiedet und sich ganz auf Smartphones konzentriert. Diese Geräte sind eine Mischung aus Mobiltelefonen und Taschencomputern.

          Auch Palm hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen enttäuscht und ist wieder in die Verlustzone gerutscht. So wies das Unternehmen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 (31. Mai) einen Verlust von 172 Millionen Dollar aus, der Umsatz schrumpfte um fast 30 Prozent auf 209 Millionen Dollar. Palm leidet insbesondere unter einer schwachen Entwicklung bei seinen neuen, teureren Modellen. Das gilt zum Beispiel für die Modelle der Reihe "Tungsten", die zum Teil ebenfalls eine Kombination aus Taschencomputern und Mobiltelefonen sind.

          Palm wird die Übernahme von Handspring mit eigenen Aktien bezahlen. Auf Basis des Schlußkurses vom Dienstag wird der Zukauf rund 170 Millionen Dollar kosten. Der Übernahmevereinbarung zufolge werden Handspring-Anteilseigner für jede Aktie 0,09 Palm-Papiere bekommen. Die bisherigen Handspring-Aktionäre werden 32,2 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Die Transaktion soll nach Angaben der Unternehmen in diesem Herbst abgeschlossen werden.

          Die Aktien beider Unternehmen reagierten auf die Mitteilung mit deutlichen Gewinnen. So legte das Papier von Palm um 7,5 Prozent auf 13,05 Dollar zu. Vor einem Jahr war die Aktie allerdings noch doppelt so viel wert. Der Kurs von Handspring stieg um mehr als 13 Prozent auf 1,26 Dollar. (lid.)

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