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Computer : Einbruch der PC-Verkäufe in Deutschland

  • -Aktualisiert am

Der deutsche PC-Käufer ist derzeit eher zurückhaltend Bild: dpa

Die Zahl der PC-Verkäufe gelten häufig als Synonym für das Wachstum der IT-Branche. Die jüngsten IDC-Zahlen für Deutschland lassen aufschrecken.

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          Beim Absatz der PCs sind die Zahlen der deutschen Hersteller rückläufig. Damit liegen sie im weltweiten Trend, den Marktbeobachter damit erklären, dass in den Unternehmen die Bereitschaft für Investitionen fehle.

          Eindeutig ist, unter dem Strich haben alle großen Hersteller - IBM, Hewlett Packard, Fujitsu Siemens und Compaq - verloren. Als einzige Ausnahme nennt das Marktforschungsinstitut IDC den Marktführer Dell, die Amerikaner konnten sich gegen den globalen Trend stemmen und rund 520.000 Maschinen mehr verkaufen.

          Dell unter Kritik

          Von Mitbewerbern erntete Dell in der Vergangenheit viel Kritik. Konkurrenten klagen, der Direktvermarkter trete aggressiv auf und erkaufe sich den Markt mit Preisdumping. Im Gespräch mit FAZ.NET bestreitet Dell Pressesprecher Nerses Chopurian diese Darstellung. Vielmehr basierten die günstigen Preise auf dem Konzept des direkten Geschäftsmodells. „Da wir keinen Handelskanal bedienen müssen, können wir die Rechner viel schneller an die Endkunden verkaufen“, bekräftigt Chopurian. Ein Vorteil sei, dass sein Unternehmen dadurch einen Lagerumschlag von fünf Tagen erzielen könne.

          Das spiegle sich im Preis der Produkte wieder. „Denn der Wert der Komponenten eines PCs fällt nach unseren Berechnungen pro Woche durchschnittlich um ein Prozent“, so Chopurian weiter. „Verglichen mit Mitbewerbern, die ihre Bauteile teilweise sehr lange im Lager liegen haben, können wir unsere Produkte entschieden günstiger anbieten.“

          Dell Modell schwer zu kopieren

          Tatsache ist, dass Dell erfolgreich ist. Auf dem deutschen Markt konnte das Unternehmen fast 15 Prozent, europaweit 10,5 Prozent mehr Geräte ausliefern. Und die Konkurrenz stöhnt über den Erfolg Dells, hat aber Mühe das Modell zu kopieren. Denn die Stärke von Herstellern wie IBM, Fujitsu Siemens oder HP liegt zum größten Teil gerade auf dem Geschäft über den Handel. Systemhäuser, IT-Fachgeschäfte und Retailmärkte verkaufen heute den größten Teil der angebotenen PCs an den Endkunden.

          Wie gut dieses Geschäft noch immer funktioniert zeigt Fujitsu Siemens. Der größte deutsche Hersteller hat auf diesem Weg im vergangenem Quartal einen entscheidenden Teil seiner mehr als 260.000 Rechner ausgeliefert. Man setzte auf Lösungskonzepte, nicht auf den günstigsten Preis, versichert die Pressestelle. „Wir sehen die Mobilität der Anwender als zentralen Treiber unseres Geschäftes“, unterstreicht eine Sprecherin von Fujitsu Siemens.

          Fujitsu Siemens legt zu

          Dabei ginge es nicht nur um die Auswahl der richtigen Geräte. Als Hersteller müsse das Unternehmen auch darauf achten, dass die Infrastruktur beim Anwender stimmt. „Unsere Strategie im PC-Bereich ist zweigeteilt: Einmal wollen wir den Kunden Geräte verkaufen, die sich weltweit in die bestehenden Netzwerke integrieren lassen, zweitens forcieren wir den Notebook Bereich.“ Augenscheinlich ein gutes Konzept: Laut IDC konnte Fujitsu Siemens in Deutschland bei mobilen Computern um mehr als sechzig Prozent zulegen und Platz zwei erobern. Dagegen brach Marktführer Toshiba um 25 Prozent ein.

          Im Gespräch sind die Vertreter der Unternehmen um einen positiven Ausblick bemüht. Spätestens mit dem Weihnachtsgeschäft im vierten Quartal dieses Jahres sollen die Verkäufe wieder zunehmen. Damit könnten die Zahlen über das gesamte Jahr gerechnet wieder positiv sein.

          Bitkom rechnet mit wachsenden Verkäufen

          Auf seiner Internet Seite hat der IT- Verband Bitkom ebenfalls eine Studie zum ITK-Markt in Deutschland veröffentlicht. Die Interessenvertreter der deutschen Computer-Industrie rechnen mit wachsenden PC-Verkäufen, mindestens bis Ende 2002. Trotz fallender Preise werde das Marktvolumen ebenfalls zunehmen - von 15,2 Milliarden Mark im Jahr 1998 auf 20,3 Milliarden im kommenden Jahr.

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