https://www.faz.net/-gqe-2eec

Computer : Apple verliert weiter an Glanz

  • Aktualisiert am

Die Krise bei Apple hält an. Erstmals seit drei Jahren rechnet der Computerhersteller nun sogar mit einem Verlust in einem Geschäftsquartal.

          1 Min.

          „Der rasche branchenweite Rückgang bei PC-Umsätzen wird zu Apples erstem nicht profitablen Quartal in drei Jahren führen,“ musste Apple-Chef Steve Jobs am Dienstag nach Börsenschluss in New York zerknirscht eingestehen. Er versprach aber, dass Apple im kommenden Quartal wieder dauerhaft in die Gewinnzone zurückkehren will. Analysten reagierten mit Skepsis.

          Denn Apple hatte bereits im Oktober die Planzahlen gesenkt. Damals war zumindest noch von einem minimalen Gewinn ausgegangen worden. Im Detail teilte Apple mit, der Konzern erwarte nun für sein im Dezember endendes erstes Quartal 2001 Erlöse von etwa einer Milliarde Dollar und einen Verlust zwischen 225 und 250 Millionen Dollar.

          Apple leide auch unter hausgemachten Problemen, ergänzte Jobs. Bei Produkten wie etwa CD-Brennern habe die kalifornische Computerschmiede den Anschluss verpasst. Außerdem habe der Computerhersteller durch die Reorganisation des Vertriebs seine Spitzenposition bei Verkäufen an Bildungseinrichtungen an Dell Computer abgeben müssen.

          Auch für das gesamte Geschäftsjahr 2001 senkte der Computerhersteller seine Umsatzschätzung. Discount-Preise bei PCs sowie ein geringerer PC-Absatz als zuvor geplant, ließen 2001 Erlöse zwischen sechs und 6,5 Milliarden Dollar erwarten, hieß es weiter.

          Dramatische Ausmaße

          Das sei qualitativ keine Überraschung, da Apple stark vom Einzelhandel mit den Endverbrauchern abhänge, sagte Richard Cu, Analyst bei SG Cowen. „Aber die erwartete Umsatzbasis wurde bereits stark zurückgenommen, und diese noch einmal um eine halbe Milliarde zu senken, ist richtig dramatisch", sagte Chu. Das sah der Markt auch so: Nach der Gewinnwarnung brach der Apple-Kurs im nachbörslichen Handel um 20 Prozent ein.

          Der Analyst Steven Fortuna von Merrill Lynch sieht Apple bei seiner Reorganisation zumindest auf dem richtigen Weg. Hierzu gehöre unter anderem der Abbau der Lagerbestände. Dennoch äußerte sich Fortuna skeptisch, ob Apple die schnelle Trendwende schaffen werde. Die Produkte hätten ihren Glanz verloren und der Computerhersteller müsse sich erst einmal selbst neu erfinden.





          Weitere Themen

          „Massive" staatliche Hilfen für betroffene Branchen Video-Seite öffnen

          Finanzminister Scholz : „Massive" staatliche Hilfen für betroffene Branchen

          Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier haben die beschlossene Verschärfung der Corona-Maßnahmen als notwendig verteidigt. Sie betonten außerdem die massive staatliche Unterstützung für die von Schließungen betroffenen Branchen.

          Topmeldungen

          Terror in Nizza : Rausch des islamistischen Nihilismus

          Nach der Ermordung des Lehrers Samuel Paty durch einen Islamisten wurde die Stimmung aufgeheizt. Auch durch Boykottaufrufe gegen Frankreich in islamischen Ländern. Doch ein Pauschalverdacht gegen alle Muslime ist falsch.

          Der Papst und die Satire : Mit der Faust zuschlagen

          Der Muslimische Ältestenrat will das Magazin „Charlie Hebdo“ wegen der Mohammed-Karikaturen verklagen. Zeichnungen wie diese gefallen auch Papst Franziskus nicht. Da gibt es einen gefährlichen Schulterschluss.
          Die Parteizentrale der CDU in Berlin

          Streit über CDU-Parteitag : Tricksereien und spaltende Entgleisungen

          Die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz müssen einen gemeinsamen Vorschlag für Wahlformat und Wahltermin vorlegen. Nur so wird der Sieger die Partei zusammenzuhalten können. Ein Gastbeitrag des Vorsitzenden der Jungen Union.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.