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Commerzbank-Tochter wird abgewickelt : Zukunft der Eurohypo-Mitarbeiter unklar

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Die Zentrale der Eurohypo in Eschborn bei Frankfurt Bild: dpa

Das Ende der Commerzbank-Tochter Eurohypo ist besiegelt. Die EU-Kommission erlaubt Deutschlands zweitgrößter Bank, den angeschlagenen Immobilienfinanzierer abzuwickeln.

          Nach dem beschlossenen Aus für die Commerzbank-Tochter Eurohypo ist die Zukunft ihrer 1200 Mitarbeiter und des Standorts Eschborn offen. Die Details zur Umsetzung würden in den kommenden Monaten ausgearbeitet, teilte die Commerzbank am Freitag mit. Nach Informationen aus Finanzkreisen droht in einem ersten Schritt die Streichung von etwa 300 Stellen bei dem seit Jahren defizitären Immobilienfinanzierer.

          Die EU-Kommission erlaubt Deutschlands zweitgrößter Bank, den angeschlagenen Immobilienfinanzierer unter strengen Auflagen zum Großteil abzuwickeln. „Die neue Vereinbarung stellt sicher, dass die Eurohypo vom Markt verschwindet“, teilten die Wettbewerbshüter am Freitag in Brüssel mit.

          Ursprünglich hatte die Kommission im Gegenzug für Staatshilfen während der Finanzkrise 2008/2009 einen Verkauf der Eurohypo bis Ende 2014 gefordert.
          Nur ein kleiner Teil des bisherigen Geschäfts darf laut Kommission in die Commerzbank integriert werden. Der beschränkt sich auf gewerbliche Immobilienfinanzierungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Polen. Die Bilanzsumme dieser Geschäfte muss bis Ende 2013 auf 25 Milliarden Euro gesenkt werden und muss zwei Jahre lang auf diesem Niveau bleiben. Staatsfinanzierungen und das übrige Immobiliengeschäft müssen dagegen ausgelagert und schrittweise aufgelöst werden.

          Die Commerzbank darf im Gegenzug für den Kompromiss nun bis Ende März 2014 keine neuen Geschäfte hinzukaufen. Außerdem muss das Institut seine Bilanzsumme bis Ende 2012 auf 600 Milliarden Euro abschmelzen - ein Wert, der ursprünglich für die Zeit nach einem Eurohypo-Verkauf vorgeschrieben war.

          Bei der Eurohypo klafft der größte Teil der 5,3 Milliarden Euro großen Kapitallücke, die die europäische Bankenaufsicht EBA bei der Commerzbank festgestellt hatte. Zwischen 2008 und 2010 schrieb der Staats- und Immobilienfinanzierer knapp 3 Milliarden Euro Verlust. Ende 2011 stoppte die Commerzbank die Aufnahme neuer Geschäfte bei ihrer Tochter.
           

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