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Commerzbank : Neuer Vertrag für Blessing

  • -Aktualisiert am

Martin Blessing Bild: Reuters

Der Commerzbank-Chef darf länger bleiben. Wie die Sonntagszeitung berichtet, wird Martin Blessing ein neuer Vertrag angeboten.

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          Commerzbank-Chef Martin Blessing geht in die Verlängerung. Wie aus dem Umfeld des Aufsichtsrates zu hören ist, soll dem 52 Jahre alten Vorstandsvorsitzenden ein neuer Vertrag angeboten werden. Blessings aktueller Kontrakt endet im Oktober 2016, ein Jahr vorher ist laut Aktienrecht die Verlängerung möglich - was auch die meisten Dax-Konzerne so handhaben, um jede Unklarheit zu ihrem Spitzenpersonal zu vermeiden.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Für die Personalie Blessing hieße dies, dass sie nach der Sommerpause zum Thema wird. Dass er das Angebot der Bank, vorzutragen von Oberkontrolleur Klaus-Peter Müller, ausschlagen wird, glaubt niemand, auch wenn Martin Blessing, seit 15 Jahren im Vorstand der Bank, sich zu seinen Plänen nur ausweichend äußert. Darauf angesprochen, verweist der Banker auf seinen Standardsatz: „Diese Frage beantworte ich dem Aufsichtsrat, wenn es so weit ist.“ Jeden Gedanken an eine Amtsmüdigkeit weist er freilich von sich: Er mache seine Aufgabe gerne, „sonst würde ich sie nicht machen.“

          Dass er sie überhaupt noch machen darf, ist überraschend genug, so oft wie er schon angeschossen und seine Bank abgeschrieben wurde: Vor Jahren kursierten bereits diverse Namen von angeblichen Nachfolgern, Kleinaktionäre haben ihn auf der Hauptversammlung regelmäßig beschimpft, vom Großaktionär, dem deutschen Staat, war zeitweise auch nicht klar, wie lange er zu ihm hält.

          Das alles hat Martin Blessing überstanden, mit Blessuren zwar, aber immerhin: Mögen reihum die Bank-Chefs purzeln - Blessing ist immer noch da. Der Aktienkurs der Commerzbank quält sich zwar immer noch weit weg von einstigen Höhen. Aber zumindest bewegt sich die Bank durch ruhigeres Fahrwasser, die einschlägigen Stresstests wurden überstanden, Altlasten werden aus der Bilanz entfernt, die Profitabilität macht sachte Fortschritte.

          Für die Zahlen zum ersten Halbjahr 2015, die der Konzern am Montag vorlegt, rechnen die Analysten mit einem anständigen Gewinn: 368 Millionen Euro Ergebnis (vor Steuern) für das zweite Quartal werden prognostiziert, wobei der größte Teil auf die Mittelstandsbank entfällt. Damit fallen die Zahlen deutlich besser aus als im Vorjahr, aber schlechter als für das erste Quartal.

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          Einem entspannten Sommerurlaub im Hause Blessing steht trotzdem nichts entgegen, zumal auch Gattin Dorothee Blessing, die Investmentbankerin, beruflich reüssiert: Nach dem Abschied von Goldman Sachs sammelt sie nun Titel und Zuständigkeiten bei ihrem neuen Arbeitgeber J.P. Morgan.

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