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Autonomes Fahren : „Die Autos müssen selbst denken können“

  • Aktualisiert am

Selbstfahrende Autos sind schon weit entwickelt. Gerade deshalb müssen Fragen geklärt werden. Bild: Bosch

Die Entwicklung autonom fahrender Autos ist heute schon weit vorangeschritten. Aber neue Fragen müssen noch beantwortet werden.

          Wenn es um autonom fahrende Autos geht, führen deren Befürworter große Zahlen ins Feld. Rund 3500 Verkehrstote gebe es im Jahr in Deutschland, circa 30.000 seien es in den Vereinigten Staaten, und rund um die Welt seien es sogar 1,3 Millionen Menschen. Diese Opfer zu vermeiden, ist das Ziel von Entwicklern automatisierter Fahrfunktionen und von Autos, die irgendwann vollkommen selbständig fahren. Wie weit diese Funktionen sind, war auch das Thema einer Diskussionsrunde auf der „me Convention“ in Frankfurt, bei der FAZ.NET Medienpartner ist.

          Wenn es nach Danny Shapiro geht, ist eigentlich schon alles bereitet, dass automatisierte Autos sicherer fahren als Menschen es können. „Wenn es um die Wahrnehmung geht, sind Autos heute sowieso schon viel besser“, sagte Shapiro, der beim amerikanischen IT-Unternehmen Nvidia an dem Thema autonomes Fahren arbeitet. Dafür sorgten die vielen Sensoren, die schon heute in bestimmte Autos verbaut werden – von 360-Grad-Kameras über Radarsysteme oder sogenannte Lidars, die mit Lasern die Umgebung rund um das Auto abtasten. Dazu kommt eine menschliche Verhaltensweise, die selbstfahrende Autos nicht zeigten. Sie seien nie abgelenkt, sagte Shapiro.

          Schwierigkeiten für autonomes Fahren

          Dennoch gebe es noch Herausforderungen für das automatisierte Fahren, gestand David Silver ein, der schon für den Autohersteller Ford am autonomen Fahren gearbeitet hat und heute über die Internet-Universität Udacity Menschen lehrt, wie sie selbstfahrende Autos entwickeln können. Die größte Schwierigkeit bestehe, die richtigen Entscheidungen aus den Daten abzuleiten, die all die Sensoren sammeln, sage Silver.

          Weil man nicht alle erdenklichen Verkehrssituationen einprogrammieren könne, müssen die Autos auch selbst denken können, sagte Shapiro. Das geschehe über Mustererkennung. Aber auch dabei gebe es noch Herausforderungen, weil ein autonom fahrendes Auto derzeit noch mit allerlei Unwägbarkeiten auf der Straße rechnen müsse. Man könne die Systeme aber so programmieren, dass sie zum Beispiel auf unerwartetes Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer reagieren könnten und dadurch Gefahren antizipieren.

          Ethik der Fahrzeuge wichtiger Punkt

          Eine wichtige Frage im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren ist die nach der Ethik der Fahrzeuge. Wen soll das Auto im Falle eines Unfalls schützen: seinen Insassen oder die Unfallteilnehmer – seien es nun Passanten oder andere Autofahrer? Sarah Thornton von der amerikanischen Universität Stanford sagte, es sei wichtig, dass sich die Unternehmen genau über solche Fragen Gedanken machen müssen, wenn sie selbstfahrende Autos entwickeln.

          Nvidia-Mann Shapiro ergänzte, dass niemand ein selbstfahrendes Auto kaufen werde, wenn er darin nicht sicher sei. Er sieht die Lösung darin, dass es niemals zu einer Entscheidung zwischen Menschenleben kommen werde: Die Autos würden irgendwann so vorsichtig und vorausschauend fahren, dass Unfälle von vorneherein vermieden würden.

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