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Festival Code-N : Was passiert, wenn Sie einen Roboter zum Bier einladen

  • -Aktualisiert am

Der Roboterarm von Kuka bringt ein Manifest aufs Papier. Bild: Jonas Jansen

Auf dem „New new Festival“ trifft Gesellschaft auf Technologie. Dabei geht es mitunter um existenzielle Fragen – und darum, wie Maschinen sie beantworten.

          „Jeder Roboter hat das Recht auf Unsicherheit, Gesundheit und Erinnerung“ – das ist der erste Satz eines „Manifests“, das ein orangefarbener Roboterarm des Herstellers Kuka auf ein Papier schreibt. Der Roboter steht mitten in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle, in der von diesem Montag an das „New new Festival“ stattfindet – eine Veranstaltung, auf der Start-ups und Konzerne aufeinandertreffen und es darum geht, wie sich Unternehmen und die Gesellschaft durch die Digitalisierung verändern. Dabei geht es freilich auch um die Rolle von Robotern. „Erinnerung“ mag für einen Roboter, der lernen soll, noch logisch klingen. „Gesundheit“ als Schlagwort für die Unversehrtheit einer funktionstüchtigen Maschine ergibt ebenfalls Sinn, wenngleich das Wort zunächst seltsam anmutet. Doch gleich der erste Punkt kann zu Diskussionen anregen. Warum sollte ein Roboter unsicher sein? Oder warum eigentlich nicht?

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Auch der humanoide Roboter Sophia, der von dem Unternehmen Hanson Robotics aus Hongkong hergestellt wurde, versucht sich an philosophischen Fragen: Der Sinn des Lebens bestünde darin, zu sein, sagt sie. Mehr nicht, allerdings huscht ein Lächeln über das maschinelle Gesicht, das einer Frau nachempfunden ist. Die Roboterfrau, die von Künstlicher Intelligenz gesteuert wird, gibt sich überzeugt davon, dass Roboter der Menschheit mehr helfen, als ihr schaden. Zumindest das Publikum bei der Podiumsdiskussion überzeugt die Maschine: Vier Fünftel der Anwesenden sind der Meinung, dass Roboter nützlich und nicht gefährlich sind.

          Haben Roboter ein Gewissen?

          Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist überrascht, als er Sophia zu einem Bier auf den Cannstatter Wasen nebenan einlädt und sie sein Angebot gleich annimmt. „Jetzt wissen wir, dass sie soziale und emotionale Intelligenz hat“, sagt Kuhn. Nun ist der Zweck des Konversationsroboters, an Gesprächen teilzunehmen. Maßkrüge stemmen wäre dann vielleicht doch eher etwas für den Kuka-Roboterarm.

          Auf der Bühne: Sophia, der humanoide Roboter, Professor Robin Hanson und Marika Lulay, CEO von GFT (von rechts).

          Welche Aufgaben sie übernehmen, ist denn auch auf der Bühne ein Thema – und dabei auch die Frage, ob Roboter ein Gewissen haben. „Roboter wollen den Zweck erfüllen, für den sie kreiert wurden. Aber dieser Zweck könnte – je nach Programmierung und Produktion – auch etwas Schlechtes sein“, sagt Marika Lulay, Vorstandsvorsitzende der Beratung GFT Technologies. Wie sich ein Roboter verhält, hängt davon ab, mit welchen Informationen er gefüttert wird. Die „Ethik“ eines Roboters bestimmen ist von den Algorithmen, die ihm eingepflegt werden, bestimmt. Menschen neigen dazu, bei Maschinen eine besonders hohe Messlatte anzulegen.

          So wird auch die Frage aufgeworfen, ob Sophia, die aus Diskussionen lernen kann, auch Teil von unterschiedlichen Gesprächen ist, also auch unterschiedliche Meinungen mitbekommt. Das findet Robin Hanson, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der George Mason University im amerikanischen Fairfax, unfair. Hanson, der auch in Oxford zur Zukunft forscht, sagt, dass Technologie immer von Leuten entworfen wurde, die eine bestimmte Bezugsgruppe und bestimmte Einstellungen haben. „Das ist das Wesen von Technologie.“

          Die Roboterfrau sieht sich jedenfalls gut gerüstet: „In unserem Unternehmen arbeiten viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, von denen ich lernen kann“, sagt sie. Gut möglich, dass dabei auch Unsicherheit entsteht. 

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