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Sänger von Linkin Park : Heute geht es nur noch um das Benutzen von Musik

Mike Shinoda von Linkin Park (Mitte) diskutiert bei der „Me Convention“ über Veränderungen in der Musikwelt. Bild: Boris Schmidt

Damals hat der Sänger von Linkin Park noch Namen und Adressen seiner Fans auf Zetteln eingesammelt. Heute ist digital so normal, dass Mike Shinoda auf der Me Convention ein Comeback des Analogen nicht ausschließt.

          Mike Shinoda hat seine Karriere noch in der vor-digitalen Zeit gestartet. „Als wir eine „Baby-Band“ waren, erzählt der Sänger der erfolgreichen Bank Linkin Park auf der Me Convention in Stockholm, „und unterwegs in Los Angeles, haben wir anfangs Zettel verteilt, wo unsere Fans ihre Adressen und Telefonnummern hinterlassen sollten. Wir hatten auch schon an E-Mail gedacht, doch nicht mal die Hälfte hatte damals eine E-Mail-Adresse.“

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Heute ist Shinoda mit seiner Band, die schon mehr als 55 Millionen Alben verkauft und dazu noch mehrere Musikpreise angeheimst hat, natürlich in den sozialen Medien aktiv. Auf Facebook zum Beispiel, aber sein Favorit sei jetzt Instagram. Und dabei gehe es nicht um das dabei sein, es gehe in erster Linie darum, wie man es nutze. „Wir machen zum Beispiel Filme, die 60 Minuten lang sein können. Oder ich zeichne, manchmal auch unterwegs irgendwo an einer Wand. Dann sollen die Fans das finden.“

          Generell müsse man jedoch aufpassen, dass die vielen Möglichkeiten, die heute geboten werden, richtig kanalisiert werden. „Nutze lieber fünf Sachen richtig, statt 20 nur halbherzig“, rät Shinoda, der in Stockholm mit Jesper Kouthoofd, Chef des Unterhaltungselektronikunternehmens „Teenage Engineering“, auf der Bühne sitzt.

          Dass er seine Songs heute auf dem Smartphone komponiere, sei für ihn normal. Auch hier habe ein riesiger Wandel stattgefunden. Früher habe man auf Touren ein Aufnahmegerät in der Größe eines Kühlschranks im Tourbus gehabt. Eigentlich kaum zu glauben. Dennoch hält  Shinoda ein, wenn vielleicht auch kleines, Comeback des Analogen für möglich. Er habe neulich die Band „Ghost“ gehört, und die machen wieder Vinyl-Platten, CDs und sogar Kassetten.

          Wobei für die Mehrheit der Musikbegeisterten das Besitzen von Hardware nicht mehr im Vordergrund stehe. Heute streamt man, es gehe nur noch um das Benutzen, nicht das Besitzen. Deshalb sei es so wichtig, dass das Unternehmen oder die Band moralisch integer sei. Das strahle dann auch auf die Produkte ab. Als Beispiel nannte der Sänger die Werbung von Nike mit dem Sportler Colin Kaepernick, die vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump stark kritisiert worden war, weil Kaepernick auf dem Football-Feld öffentlich gegen Rassismus protestiert hatte.

          Auf seinen Konzerten spüre er, wie wichtig der soziale Kontakt sei. Dem stimmte auch Kouthoofd bei, der zum Schluss noch aufklärte, wie sein Unternehmen zum ungewöhnlichen Namen „Teenage Engineering“ gekommen sei. „In Schweden gab es den Giganten Ericsson, und da wollten alle hin.“ Es sei sehr schwer gewesen, junge Leute zu gewinnen. Der Name sollte die Angst nehmen und war auch ein Symbol dafür, dass man auch ohne Diplom einen Vertrag bekommen könne. „Wir setzen ganz viel auf Learning by Doing“.

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