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Code-N-Gewinner : Dieses Start-up will die Finanzen demokratisieren

So sehen Siegerinnen aus: Das Start-up Airfox hat auf der diesjährigen Code-N abgeräumt. Bild: Jonas Jansen

Airfox aus Boston hat den Start-up-Wettbewerb Code-N gewonnen. Das Unternehmen will gerade in Brasilien all jenen helfen, die weder Konto noch Kreditkarte haben – die Gründer haben Großes vor.

          In vielen Ländern auf der Welt hat ein Großteil der Bevölkerung kein Bankkonto. Doch fast überall besitzen die Menschen Smartphones, selbst in den ärmsten Ländern der Welt. Dass aus dem Telefon ein Portemonnaie werden kann, hat sich das amerikanische Start-up Airfox als Ziel gesetzt.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Das Jungunternehmen aus Boston will mit seiner App all jenen Zugang zu Finanzdienstleistungen geben, die nur eingeschränkt mit Kreditinstituten in Kontakt treten können. Mit der App sollen Bareinzahlungen leichter funktionieren, Nutzer können Geldsummen verschicken oder Anfordern und in Zukunft sollen auch Mikrokredite über die App ausgezahlt werden. Da steckt auch das Geschäftsmodell von Airfox, das über Gebühren und Zinsen für die Mikrokredite Geld verdienen will. 

          Gleich als erster von zehn Finalisten präsentierte sich das Start-up auf der Bühne in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle während des Code-N-Start-up-Wettbewerbs. Der Auftritt der Marketingchefin Katie Sedat hat die achtköpfige Jury aber offenbar beeindruckt. Denn Airfox geht nicht nur als Gesamtsieger des Wettbewerbs hervor, sondern sichert sich auch noch den ersten Platz in der Kategorie des „besten Geschäftsmodells“. Damit erhält das Start-up insgesamt 20.000 Euro Preisgeld, das von den Gesellschaftern von Code-N gestiftet wird.

          „Wegweisende Geschäftsmodelle“

          „Die Selektion der Finalisten aus 313 Bewerbungen war schon schwer – die Kür des Gewinners noch schwerer. Alle Finalisten bewegen sich auf einem absolut erstklassigen Niveau; sei es technologisch, ökonomisch oder visionär“, sagt Moritz Gräter, Geschäftsführer von Code-N.

          Zu den weiteren Gewinnern zählt Sixdof Space aus Jerusalem, das in der Kategorie „beste technologische Innovation“ überzeugen konnte und dafür 5000 Euro erhält. Außerdem gewinnt Thingsthinking, eine Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), den Preis für den „Best Industry Disruptor“, also das Start-up, das bestehende Geschäftsmodelle im Industrieumfeld wohl durchwirbeln könnte.

          Sixdof Space baut ultraschnelles optisches Tracking, das vor allem in Virtueller Realität (VR) eingebaut werden könnte, Thingsthinking arbeitet an einer Spracherkennungsplattform mit Hilfe von maschinellem Lernen. „Ich freue mich sehr, den Gewinnern zu absolut wegweisenden Geschäftsmodellen gratulieren zu dürfen“, sagt Gräter. 

          In den vergangenen beiden Tagen haben sich 50 High-Tech-Start-ups aus 15 Nationen auf dem „New new Festival“ präsentiert. Zu den früheren Gewinnern des Start-up-Wettbewerbs von Code-N gehören unter anderem die Mobilitäts-App Mytaxi, die inzwischen unter dem Dach der Moovel GmbH zum Daimler-Konzern gehört, sowie der IoT-Anbieter Relayr, der kürzlich für 300 Millionen Euro vom Rückversicherer Munich Re übernommen wurde.

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