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Stichwahl am 16. Juni : Dieser dänische Möbelunternehmer könnte Rostocks OB werden

Der Däne Claus Ruhe Madsen ist Möbelunternehmer und könnte der nächste Oberbürgermeister von Rostock werden. Bild: dpa

Claus Ruhe Madsen leitet die Möbel Wikinger GmbH. Nun hat er gute Chancen auf ein Amt in der Politik.

          Claus Ruhe Madsen hat eine aufregende Zeit hinter sich. „Das letzte halbe Jahr war bereits eine unglaubliche Reise, ich habe Rostock noch viel besser kennengelernt“, sagt der gebürtige Däne, 46 Jahre alt, der in der Wahl zum Oberbürgermeister angetreten ist und als erster Ausländer an die Verwaltungsspitze einer deutschen Großstadt rücken könnte.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Auf Anhieb hat es im Urnengang am Sonntag nicht geklappt, daher muss er sich am 16. Juni einer Stichwahl stellen. Bis dahin, so sagt er, will er noch einmal Gas geben und in die Stadtteile gehen, um mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen und für sein Programm zu werben.

          34,6 Prozent der Stimmen hat Madsen, ein Möbelunternehmer mit markantem Vollbart, der als parteiloser Kandidat angetreten ist, aber von CDU und FDP unterstützt wird, in der Wahl am Sonntag bekommen. Damit liegt er wie erwartet vorne, verfehlte aber die für das Amt nötige absolute Mehrheit. In der Stichwahl tritt er nun gegen Sozialsenator Steffen Bockhahn von den Linken an, der 18,9 Prozent der Stimmen auf sich vereint hat.

          Er setzte auf Wirtschaft und Öko-Themen

          Bockhahn, 40, erklärte die bevorstehende Abstimmung zur Richtungswahl. „Die Wähler werden dann entscheiden müssen, ob es nur noch um Marketing und die Wirtschaft gehen soll – oder um eine grüne, soziale und vor allem handfeste Politik für die Menschen in allen Stadtteilen“, sagte er an diesem Montag.

          Madsens Kandidatur hatte in den Wochen vor der Wahl viel Aufmerksamkeit erregt, nicht nur wegen seiner dänischen Herkunft. Der Unternehmer, der zwischenzeitlich IHK-Präsident in Rostock war, will einen neuen Politikstil etablieren und präsentiert sich als zupackender Macher, der nah an den Themen ist und den Mitarbeitern in der Verwaltung auf Augenhöhe begegnen will.

          Geboren wurde er in Kopenhagen, seit mehr als zwanzig Jahren lebt er in Rostock, wo sein Unternehmen, die Möbel Wikinger GmbH, ihren Sitz hat. Neben guten Rahmenbedingungen für die Wirtschaft hat er im Wahlkampf vor allem auf ökologische Themen gesetzt und damit Wähler aus dem linken und grünen Spektrum gewonnen.

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