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: Cisco unter Leistungsdruck

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Einmal mehr muss Cisco-Chef John Chambers Optimismus verbreiten. Gute Zahlen allein reichen lange nicht mehr. Entscheidend ist der Ausblick im Cisco-Stil: zwischen 40 und 60 Prozent.

          Der Druck ist gewaltig. In der jüngsten Vergangenheit haben ihm die großen Technologie-Unternehmen nicht standhalten können. Microsoft, Dell, Intel und Cisco-Rivale Nortel fanden vor den Augen der Analysten und Anleger keine Gnade. Es war vor allem der Ausblick auf das kommende Quartal, das den Erwartungen nicht entsprach. Der darauf folgende Kursrutsch war jedesmal gewaltig. Besonders hart erwischte es Nortel mit einem Verlust von 29 Prozent an einem einzigen Tag.

          Bislang konnte Cisco noch immer überzeugen. Seit nunmehr zehn Quartalen immer wieder bessere Zahlen als erwartet. Doch der Wind scheint sich zu drehen. Skepis verbreitet sich, ob Cisco erneut in der Lage ist, seine jährlich 40-Prozent-Wachstumsrate zu halten. Für die gesamte Technologiesparte wird die Präsentation der Cisco-Zahlen zum Indikator dafür, wohin die Reise in den nächsten Monaten geht.

          Unterschiedliche Potentiale

          Im Bereich der optischen Netzwerke sind die Aussichten güngstig. Die am schnellsten wachsende Cisco-Sparte, macht aber auch nur einen kleinen Teil der Gewinne aus.

          Etwas anders sehen die Aussichten für die mit dem Internet verbundenen Unternehmensteile aus. Die großen Telekommunikationkonzerne schränken ihre Ausgaben für neue Ausrüstung ein. Die vielen Dot-coms befinden sich derzeit in der Konsolidierung und überdenken ihre Anforderungen an Bandbreite, die ihnen Cisco geliefert hätte.

          Nicht zuletzt zeigt auch die Gesamtkonjunktur in den Vereinigten Staaten die ersten Zeichen der Verlangsamung. Gleichzeitig bleibt der Arbeitsmarkt, speziell dort, wo Cisco seine Mitarbeiter rekrutiert, leergefegt. Und die Löhne steigen stark.

          Angewiesenheit auf den Kurs

          Diese Situation ist nicht über Nacht entstanden. Der Markt spiegelt diese Entwicklung wider. Seit März, dem Höchststand der Cisco-Aktie bei 82 Dollar, verlor das Papier etwa 30 Prozent und wird derzeit für 57 Dollar gehandelt. Man muss mehr als sechs Jahre zurückgehen, seit Cisco über eine Zeitraum von sieben Monaten eine vergleichbar schlechte Performance ablieferte.

          Dies ist für Cisco besonders schmerzlich, weil das Unternehmen auf einen guten Kurs dringend angewiesen ist. Unternehmensübernahmen und Mitarbeiterbeteiligungen, wesentlicher Bestandteil der Cisco-Strategie und Firmen-Kultur, laufen über die Währung Aktie. Stagniert der Preis für das Papier, wird es zunehmend schwieriger, teure Mitarbeiter zu gewinnen oder zu halten. Der unternehmerische Spielraum schwindet, die strategischen Optionen verringern sich.

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