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Chronologie : Die wechselvolle Geschichte des Transrapids

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In Schanghai fährt der Transrapid seit gut vier Jahren Bild: dpa

Vor einem halben Jahr verkündete die bayerische Landesregierung stolz den Bau des Transrapids vom Münchener Hauptbahnhof zum Flughafen, nun ist die Magnetschwebe-Strecke doch gescheitert. Damit könnte ein seit Jahrzehnten verfolgtes Prestigeprojekt hierzulande am Ende sein.

          Vor einem halben Jahr verkündete die bayerische Landesregierung stolz den Bau des Transrapids vom Münchener Hauptbahnhof zum Flughafen, nun ist die Magnetschwebe-Strecke doch gescheitert. Damit könnte ein seit Jahrzehnten verfolgtes Prestigeprojekt hierzulande am Ende sein.

          1934: Der Ingenieur Hermann Kemper reicht ein Patent für eine „Rohrbahn“ mit Magnetschwebetechnik ein.

          1969: Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums zum Einsatz der Magnetschwebe-Technik.

          1980: Baubeginn einer Versuchsstrecke im Emsland, die bis 1987 auf 31,5 Kilometer erweitert wird.

          1994: Die Bundesregierung beschließt den Bau einer 292 Kilometer langen Trasse zwischen Berlin und Hamburg. Als Betreiber soll die Deutsche Bahn fungieren.

          5. Februar 2000: Die Strecke Hamburg-Berlin wird beerdigt - wegen ständig steigender Kostenschätzungen und zunehmend unrealistisch erscheinender Fahrgastprognosen.

          27. Oktober 2000: In Deutschland werden Studien zum Bau von zwei Transrapid-Strecken in Auftrag gegeben: In München wird eine 37 Kilometer lange Verbindung zwischen Innenstadt und Flughafen geprüft, im Ruhrgebiet das 80 Kilometer lange Metrorapid-Projekt von Düsseldorf nach Dortmund.

          23. Januar 2001: Das Transrapid-Konsortium bekommt den Zuschlag für den Bau einer 30 Kilometer langen Strecke zwischen dem Zentrum und dem Flughafen der chinesischen Metropole Schanghai.

          27. Juni 2003: Die damalige rot-grüne Regierung in Nordrhein-Westfalen verzichtet auf den Bau des Metrorapid.

          29. Dezember 2003: Der Flughafenzubringer in Schanghai nimmt als weltweit erste kommerziell genutzte Transrapid-Strecke den Regelbetrieb auf.

          13. März 2006: China gibt grünes Licht für die Verlängerung der Transrapid-Strecke in die Metropole Hangzhou. Inzwischen ist aber offen, ob die Strecke tatsächlich gebaut wird und ob das deutsche Konsortium zum Zug kommt.

          22. September 2006: Auf der Transrapid-Versuchsanlage im Emsland prallt die Schwebebahn mit Tempo 170 auf einen Werkstattwagen. Dabei kommen 23 Menschen ums Leben.

          25. September 2007: Bayern schließt mit der Deutschen Bahn und der Industrie eine Realisierungsvereinbarung über den Bau der Strecke zwischen Münchner Flughafen und Hauptbahnhof. Das Projekt soll 1,85 Milliarden Euro kosten, der Bund davon bis zu 925 Millionen Euro tragen, Bayern bis zu 500 Millionen Euro.

          27. März 2008: Bundesregierung und bayerische Landesregierung geben das Projekt wegen der Explosion der Baukosten auf über drei Milliarden Euro auf.

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