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Chronologie : Die Familiengeschichte der Schleckers

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Das Magazin „Forbes“ führt Anton Schlecker auf seiner Reichen-Liste mit 3,1 Milliarden Dollar Vermögen (rund 2,4 Milliarden Euro). Bild: dpa

Schlecker war jahrzehntelang die unangefochtene Nummer eins der deutschen Drogerieketten. Doch die glorreiche Zeit ist vorbei. Am Freitag kündigte das angeschlagene Unternehmen an, in die Planinsolvenz zu gehen. Wie konnte es so weit kommen? Wir zeigen wichtige Stationen der Familie und Firma Schlecker.

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           1944: Anton Schlecker wird am 28. Oktober in Ulm geboren.

          1965: Schlecker beginnt seine Berufslaufbahn im Unternehmen seines Vaters, einer Fleischwarenfabrik samt 17 Metzgereien. Erste Selbstbedienungswarenhäuser entstehen in mehreren Orten im Südwesten.

          1974: Die Preisbindung für Drogerieartikel fällt weg. Zur gleichen Zeit startete auch dm-Gründer Götz Werner seine ersten Gehversuche als Drogerist, Dirk Roßmann war als erster am Start. Vorher hatte es nur kleine Drogeriefachgeschäfte gegeben.

          1975: Schlecker eröffnet in Kirchheim/Teck (Kreis Esslingen) seine erste Drogerie. Zwei Jahre später sind es 100 Filialen.

          1984: Schlecker eröffnet seine 1000. Drogerie.

          1987: Als ersten Auslandsmarkt erschließt Schlecker Österreich; später folgen Spanien, die Niederlande, 1991 - durch die Übernahme von „Superdrug“ - Frankreich

          1987: Am 22. Dezember überfallen drei Maskierte die Familie Schlecker, als Anton und Christa mit den beiden Kindern Meike und Lars nach Hause kommen; die beiden Kinder werden entführt, ihr Vater handelt das Lösegeld von 18 auf 9,6 Millionen Mark herunter. Nach der Übergabe können sich die 14 und 16 Jahre alten Geschwister am 23.12. selbst befreien. Die Polizei wird erst später informiert. Die Familie zieht sich noch stärker als bisher aus der Öffentlichkeit zurück

          1990er: Nach dem Fall der Mauer expandiert Schlecker relativ schnell in die neuen Bundesländer.

          1994: Schlecker betreibt nach eigenen Angaben rund 5000 Läden; zugleich werfen Gewerkschafter dem Konzern vor, Mitarbeiter systematisch zu schikanieren und zu schlecht zu bezahlen - solche Kritik prägt in den kommenden Jahren immer wieder die Schlagzeilen über den „Drogeriekönig“. Schlecker weist Vorwürfe stets zurück und spricht von Einzelfällen.

          1998: Das Amtsgericht Stuttgart erlässt gegen Christa und Anton Schlecker Strafbefehle von jeweils zehn Monaten auf Bewährung wegen vielfachen Betrugs - weil sie Mitarbeitern eine tarifliche Bezahlung bloß vorgetäuscht hätten.

          1999, 2004: erste polnische Schleckerfilialen; 2006 folgt die erste in Portugal.

          2007: Schlecker übernimmt zum Ende des Jahres die ehemals insolvente Osnabrücker Kette IhrPlatz.

          2008: Der Drogerieriese macht nach Gewerkschaftsangaben 52 Millionen Euro Verlust bei 7,42 Milliarden Euro Umsatz.

          2010: Im Januar erneute Kritik über Arbeitsbedingungen bei Schlecker, wo bestehende Arbeitsplätze mit Leiharbeitsverträgen ersetzt werden sollten; die Bundesregierung will mit einer „Lex Schlecker“ gegensteuern. Zugleich muss der Drogerieriese einen Umsatzrückgang von rund 650 Millionen Euro auf noch etwa 6,55 Milliarden hinnehmen und schreibt weiter Verluste.

          2010: Patriarch Anton Schlecker holt im November seine Kinder Meike und Lars in die Führungsspitze und gibt einen Teil seiner Verantwortung ab; der Familienrat bleibt aber wichtigstes Entscheidungsgremium.

          2011: Schlecker beginnt einen radikalen Umbau seines Filialnetzes; aus den überall verfügbaren Billigläden sollen hochwertige Drogerien in der Nachbarschaft werden - samt Slogan „For You. Vor Ort.“; Neue Führungsgrundsätze sollen schlechte Mitarbeiterführung ein für alle Mal verhindern; das Magazin „Forbes“ führt Anton Schlecker auf seiner Reichen-Liste mit 3,1 Milliarden Dollar Vermögen (rund 2,4 Milliarden Euro).

          2012: Nach Wochen voller Gerüchte um finanzielle Engpässe gibt Schlecker am 20. Januar bekannt, in die Planinsolvenz gehen zu wollen.

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