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Keine Steuererleichterungen : Lindner hält die „Superabschreibung“ weiter in der Hinterhand

  • Aktualisiert am

Christian Lindner will abwarten. Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Sie würden Unternehmen höhere Gewinne bringen und stehen als FDP-Idee im Koalitionsvertrag – doch der Finanzminister will auf neue Abschreibungsregeln auch 2023 noch verzichten.

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          Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat entschieden, die im Ampel-Koalitionsvertrag auf Drängen der FDP eingeplante Steuerentlastung für Unternehmen auch 2023 nicht in Kraft zu setzen, sondern weiter zu verschieben. „Die Investitionsprämie für Klimaschutz und Digitalisierung, auch Superabschreibung genannt, liegt griffbereit in der Schublade“, sagte Lindner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Ich habe aber entschieden, die Superabschreibung auch 2023 nicht vorzuschlagen, da in der Wirtschaft nach wie vor Lieferengpässe bestehen und die Energiekrise für Verwerfungen sorgt.“

          Der FDP-Chef sagte, in dieser Situation würde dieses Mittel kontraproduktiv wirken und die Inflation möglicherweise noch anheizen. „Wenn diese Probleme überwunden sind, werden wir reagieren und einen steuerlichen Wachstumsimpuls setzen, damit die Wirtschaft durchstartet.“

          Schon Anfang 2022 verschoben

          Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP war die „Superabschreibung“ für 2022 angekündigt worden. Lindner hatte aber bereits Anfang des Jahres mit Blick auf die wirtschaftlichen Probleme angekündigt, sie nicht mehr 2022 einzuführen.

          Durch eine „Superabschreibung“ können Unternehmen Investitionskosten sehr schnell steuerlich absetzen, was mit Blick auf die Gewinne attraktiv ist.

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