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Chinesen fahren Volkswagen : Deutsche Hersteller fahren in China weiter an der Spitze

Volkswagen - ein Erfolgsmodell in der Volksrepublik. Bild: dpa

Deutsche Marken sind für Chinesen der Inbegriff des Autos. VW hat einen Marktanteil von 20 Prozent. Deutsche Hersteller planen daher neue Werke im Reich der Mitte.

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          Der Absatz deutscher Autohersteller in China wächst weiter stark, aber mit etwas gebremstem Elan. Nach Jahren, in denen es um 40 und mehr Prozent nach oben ging, stellt man sich auf deutlich geringere Wachstumsraten ein. BMW will 2013 rund 10 Prozent erreichen, Audi 15 Prozent, VW möchte in jedem Falle schneller zulegen als der Markt. Dessen Wachstum schätzt der deutsche Autoverband VDA auf 6 Prozent. In China dürften in diesem Jahr 14 Millionen Personenwagen verkauft werden, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Wochenende anlässlich der Eröffnung der Shanghai Motor Show.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Jährlich alternierend mit der Schwesterveranstaltung in Peking, ist die Messe zur wichtigsten Autoschau in Asien herangewachsen. Bis Ende dieser Woche präsentieren sich in Schanghai fast 2000 Autohersteller und Zulieferer. Sie stellen 1300 Automodelle vor, darunter 111 Weltpremieren. Die Stände der deutschen Hersteller sind besonders umlagert. Wissmann wies darauf hin, dass ihr Marktanteil seit 2009 um 4 Prozentpunkte auf 21,4 Prozent gestiegen sei. In dieser Zeit hätten die Deutschen ihren Pkw-Absatz in China auf 2,84 Millionen Einheiten fast verdoppelt, seit 2008 gab es eine Vervierfachung.

          Bild: F.A.Z.

          Um mit der starken Nachfrage Schritt zu halten, bauen alle in China fertigenden deutschen Hersteller - Opel und Porsche importieren lediglich - ihre Standorte aus. Bis 2018 will Pkw-Marktführer Volkswagen 7 seiner weltweit geplanten 10 Fabriken hier errichten. Daimler-Chef Dieter Zetsche kündigte in Schanghai an, das Gemeinschaftswerk mit BAIC in Peking werde von der Fläche her zum größten Mercedes-Standort der Welt noch vor Sindelfingen erweitert.

          Ein neues Motorenwerk für 250.000 Einheiten im Jahr nehme 2014 den Betrieb auf. Daimler hat als einziger deutscher Hersteller zwar Einbußen in China, die Schwaben setzen aber auf frische Impulse, etwa vom neuen kleinen stadtgängigen Geländewagen GLA, der in China gefertigt werden soll. China-Vorstand Hubertus Troska will in der Volksrepublik 2015 rund 300.000 Autos verkaufen, bisher sind es etwa 200.000.

          Der Konkurrent BMW setzt schon 326.000 Autos in China ab. Mittelfristig werde die Kapazität in China um die Hälfte auf 300.000 Autos erhöht, hieß es in Schanghai. „Aber 20 bis 25 Prozent Wachstum wird es nicht mehr geben“, sagte BMW-Vertriebschef Ian Robertson. Der Oberklassemarkt, den die Deutschen zu 80 Prozent dominieren, wird Schätzungen zufolge 2013 um 10 bis 15 Prozent wachsen.

          Für Marktführer Audi könnte in einigen Jahren ein weiteres Werk nötig werden, um die Kapazität auf 700.000 zu verdoppeln, wird Audi-Chef Rupert Stadler zitiert. Nach Berechnungen von PWC werden die deutschen Oberklassehersteller ihre China-Kapazitäten bis 2020 auf 1,5 Millionen Einheiten verdoppeln.

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