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Ökonom Yi Gang : Chinas neuer Notenbankchef hat in Amerika studiert

  • Aktualisiert am

Yi Gang ist nun Chinas neuer Notenbankchef. Bild: Reuters

Er ist viel weniger bekannt als seine Kollegen im Westen: Yi Gang führt nun die chinesische Zentralbank. Er tritt in große Fußstapfen.

          Zhou Xiaochuan ist in der breiten westlichen Öffentlichkeit nicht bekannt. Wenn von Mario Draghi die Rede ist oder von Jens Weidmann, Ben Bernanke, Janet Yellen oder nun Jerome Powell, dann erkennen viele Menschen die Namen wieder - und wissen, dass hier Notenbanker gemeint sind. Auch Zhou Xiaochuan ist einer von ihnen, oder besser: er war es bis heute.

          Denn der Chef der chinesischen Zentralbank geht nun in den Ruhestand. Er war lange im Amt und in einem höheren Alter als das Mitarbeiter im Ministerrang in China üblich ist - ein Zeichen des Vertrauens der Parteiführung in die Fähigkeiten des altgedienten Geldpolitikers. Das mag auch damit zusammenhänge, dass China während der Finanzkrise selbst sehr robust dagestanden hatte; mit hohen Wirtschaftswachstumsraten etwa, die weit oberhalb derjenigen der wesentlichen Länder lagen. Daran hat sich übrigens auch seither nichts verändert.

          Doch nun gibt es, altersbedingt, eben doch einen Wechsel auch an der Spitze der chinesischen Notenbank. Neuer Zentralbankchef wird die bisherige Nummer zwei Yi Gang. Das hat der Volkskongress an diesem Montag beschlossen. Der 60 Jahre alte Ökonom gilt als Schützling des seit dem Jahr 2008 amtierenden Notenbankchefs Zhou Xiaochuan und wurde in den Vereinigten Staaten ausgebildet. Er hat maßgeblich die Geld- und Währungspolitik der vergangenen Jahre mitbestimmt, darunter die Abwertung der Landeswährung Yuan im Jahr 2015.

          Yi trägt einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften der Universität von Illinois. Von 2009 bis 2016 war er auch Leiter der chinesischen Devisenaufsicht. Der künftige oberste Währungshüter gilt als reformfreudig, aber als weniger einflussreich als sein Vorgänger, da er dem mächtigen Zentralkomitee der Kommunistischen Partei nicht direkt angehört, sondern nur zu dessen alternativen Mitgliedern zählt.

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