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Chinas Maler : Teurer als Picasso und Warhol

Beliebt und teuer: Chinas Künstler erzielen Rekorderlöse Bild: dapd

Unter den fünf erfolgreichsten Künstlern 2011 befinden sich drei Chinesen. Die Maler aus dem Reich der Mitte erzielen Auktionsrekorde. Selbst der langjährige Spitzenreiter Pablo Picasso kann nicht mehr mithalten.

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          Chinesische Gemälde dominieren den internationalen Kunstmarkt. Im vergangenen Jahr haben Werke von gleich zwei Malern aus dem Reich der Mitte in Auktionen mehr Geld erzielt als der langjährige Spitzenreiter Pablo Picasso. Unter den fünf erfolgreichsten Künstlern hätten sich drei Chinesen befunden, schreibt die Agentur Bloomberg mit Verweis auf das französische Marktforschungsinstitut Artprice, das auf Kunst spezialisiert ist.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Den Angaben zufolge betrug das Marktvolumen für schöne Künste 2011 etwa 11 Milliarden Dollar. Chinas Anteil daran stieg von 33 auf 39 Prozent. Auf Platz zwei folgten die Vereinigten Staaten mit 25 Prozent. Unter den 450.000 Künstlern, die Artprice beobachtet, erzielte der chinesische Landschaftsmaler Zhang Daqian (1899 bis 1983) auf Versteigerungen knapp 507 Millionen Dollar.

          „Chinesen kaufen ihre eigenen Künstler“

          Auf Position zwei rangierte sein Landsmann Qi Baishi (1864 bis 1957) mit 445 Millionen. Rang fünf nahm Xu Beihong (1895 bis 1953) ein, dessen Werke 213 Millionen Dollar einbrachten. In den Jahren zuvor seit 1997 hatte fast immer Picasso die höchsten Erlöse erzielt mit Ausnahme von 2007, als Andy Warhol erfolgreicher gewesen war. 2011 kam Warhol mit 325 Millionen Dollar auf Platz drei, Picasso fiel mit seinen 312 Millionen auf Position vier zurück.

          Die erfolgreichen Chinesen seien in der Kunstszene zwar nicht sehr bekannt, gälten in ihrem eigenen Land aber als die führenden Meister der Moderne, sagte der Chefökonom bei Artprice, Martin Bremond. „Sie stehen deshalb an der Spitze, weil China das Land Nummer eins für Auktionen ist und die Chinesen ihre eigenen Künstler kaufen.“

          „Sie stehen deshalb an der Spitze, weil China das Land Nummer eins für Auktionen ist und die Chinesen ihre eigenen Künstler kaufen“

          Artprice hat ermittelt, dass 2011 unter den 100 wichtigsten Kunstversteigerungen 30 in Hongkong, Peking oder Hangzhou stattfanden. So hat das Auktionshaus Christie’s im vergangenen Jahr seine Präsenz in China, Hongkong und Taiwan verdoppelt.

          Bloomberg zitierte den New Yorker Sammler Larry Warsh mit den Worten: „China ist sehr nationalistisch und verlangt nach eigenen Helden und eigener Kultur.“ Dass das Land die Käuferwelt dominiere, sei nicht überraschend, wenn man an den wachsenden Wohlstand denke und die Sammelerfahrung in allen Kunstklassen.

          „Akt mit grünen Blättern und Büste“

          In China gibt es inzwischen mehr als eine Million Dollar-Millionäre. Der Wert von Zhangs Werken auf Auktionen hat sich Artprice zufolge in zwei Jahren verdreizehnfacht. Sein teuerstes Bild, „Lotus and Mandarin Ducks“ erzielte im Mai 2011 in Hongkong 191 Millionen Hongkong-Dollar (19 Millionen Euro).

          Mit einem Einzelwerk noch erfolgreicher war Qi, dessen Tintenzeichnung „Eagle Standing on Pine Tree“ im selben Monat in Peking 426 Millionen Yuan (53 Millionen Euro) einbrachte. Picassos teuerstes Bild, der „Akt mit grünen Blättern und Büste“ kam 2010 für fast 107 Millionen Dollar (84 Millionen Euro) in New York unter den Hammer. Es gilt als das viertteuerste Gemälde aller Zeiten.

          In Peking unter dem Hammer: Versteigerung eines Bildes von Xu Beihong

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