https://www.faz.net/-gqe-9c68d

China zieht sich zurück : Der Müll stinkt zum Himmel

Eine Frau sammelt Reste auf einer Mülldeponie in Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei. Bild: Reuters

Es bahnt sich eine stinkende Krise an: China will den Import von Müll in Zukunft stark einschränken – das macht besonders Europa und Amerika große Probleme.

          3 Min.

          Vor knapp einem Jahr hat Peking der Welthandelsorganisation WTO mitgeteilt, dass China den Import von recycelbarem Plastik- und Papierabfall mit Wirkung 2018 stark einschränken will. Im März und April dieses Jahres verschärfte Peking noch einmal die Importregeln: Das Land will in Zukunft keinen Plastikabfall mehr einführen und auch auf Schrott weitgehend verzichten. Altpapier wird nur noch akzeptiert, wenn es in besonders reinen, nicht verunreinigten Ballen ankommt. Pekings Entscheidungen erschüttern Handelsbeziehungen und Produktionsketten, die in drei Dekaden entwickelt wurden.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Das gilt auch für Deutschland: Der Export von Plastikmüll nach China, dem wichtigsten Abnehmerland für die deutsche Entsorgungswirtschaft, ist praktisch zusammengebrochen: Von Januar bis März sind nur noch 4500 Tonnen geliefert worden – verglichen mit knapp 160000 Tonnen im ersten Quartal 2017. Nach Hongkong gingen noch 14 000 Tonnen gegenüber 48 500 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Zwar haben einige Nachbarstaaten ihre Einfuhren teilweise um die Hälfe erhöht, Indien sogar mehr als verdoppelt. Das reichte aber weitem nicht, um den Ausfall der Chinesen zu kompensieren: Der Export ist um mehr als ein Viertel gesunken, mehr als 100 000 Tonnen zusätzlicher Plastikmüll sind im ersten Quartal in Deutschland verblieben.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung

          : blackweek20

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          First Daughter Ashley Biden : Ganz anders als Ivanka

          Die First Daughter Ashley Biden hat eine bewegte Vergangenheit. Die starke Schulter ihres Vaters strapazierte sie oft. Heute ist sie Sozialarbeiterin. Ganz auszuschließen scheint sie eine Beraterrolle im Weißen Haus aber nicht.

          Diego Maradona : Die Schönheit des Spiels

          Keiner verkörperte den Fußball wie Diego Maradona – und das nicht trotz, sondern vielleicht gerade wegen seiner vielen Schwächen. Eine Würdigung dieser Jahrhundertfigur des Sports.

          Querdenker und Reichsbürger : Audienz bei König Peter I.

          Die Gruppe der „Querdenker“ grenzt sich öffentlich von Extremisten ab. Im Geheimen trafen sich Gründer Michael Ballweg und Mitstreiter jedoch mit einem Reichsbürger. In der Bewegung rumort es, der schillernde Pressesprecher nimmt seinen Hut.